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Fridtjof Amling könnte morgens, mittags und abends Pelmeni essen. (Foto: packeiser/.rufo)
Fridtjof Amling könnte morgens, mittags und abends Pelmeni essen. (Foto: packeiser/.rufo)

Amling, Fridtjof. Pfarrer der evangelischen Emmausgemeinde Moskau

  • „Ich bin in Moskau, weil ich eigentlich immer schon mal den Wunsch hatte, von Deutschland aus irgendwann im östlichen oder russischsprachigen Raum tätig zu sein und mich


  • dann entsprechend vor sieben Jahren beworben habe.“

  • „Ich schätze an Moskau,dass Moskau eine Großstadt ist, die unheimlich viel zu bieten hat. Das Historische im Zentrum ist sicherlich eine Sache, die immer im Hinterkopf schwebt, wenn man an Moskau denkt und an Hand derer man sich viel erarbeiten beziehungsweise kennen lernen kann.

    Aber am wichtigsten sind hier sicherlich die Kontakte, die man hat. Sowohl zu Moskauern, also kirchliche Kontakte zu Orthodoxen oder anderen Christen, die hier arbeiten, als auch im deutschen Umfeld.

    Und das alles verbunden mit der russischen Kultur, die in Moskau sicherlich nicht in Reinkultur zu finden ist, sondern eher als eine internationale Mischform, die aber unheimlich viel zu bieten hat.“

  • „Ich kann nicht leiden an Moskau - den Verkehr. Am Anfang habe ich ihn als sportliche Herausforderung empfunden. Mittlerweile empfinde ich es als Belastung, weil er immer mehr anwächst, unberechenbarer wird und man immer mehr Zeit in irgendwelchen Staus verbringt.“

  • „Meine Lieblingsrussen sind Putin und Alexeij II. Ich gehöre vermutlich zu den wenigen, die eine relativ positive Meinung von Präsident Putin haben. Ich halte ihn, bei allem wie man über ihn redet und denkt, doch für einen Gewinn für Russland. Ich denke, dass er viel Positives in den letzten Jahren geschafft hat und eine relativ realistische Politik macht, sprich keine Versprechen gibt, die er nicht hält. Und als Zweites der Patriarch Alexi II. Wobei mancher Russe einwenden würde, dass er kein richtiger Russe sondern ein Baltendeutscher ist.“


  • Lebenslauf und Laufbahn:

    1963 in Bonn geboren.

    Nach dem Abitur habe ich mein Theologiestudium in Bonn begonnen. Ich war dann zwei Semester in Wien, zwei Jahre in Göttingen und anschließend wieder in Bonn.

    Unter Verzicht des Theologenprivilegs keinen Wehrdienst leisten zu müssen, bin ich genau zur Zeit der Wende 1989 / 90 für 15 Monate zur Bundeswehr gegangen. Zeithistorisch war das hoch interessant.

    Anschließend bin ich in den Kirchendienst eingetreten und war in Oldenburg, Görlitz, Wilhelmshaven und in Nordenham (hier für vier Jahre) in der Nähe von Bremerhaven tätig.

    Seit 2000 in Moskau. Normalerweise ist eine Auslandsentsendung der Kirche auf sechs Jahre begrenzt, sprich dieses Jahr wäre mein letztes in Moskau. Man kann jedoch einmal auf weitere drei Jahre verlängern und das habe ich getan. Ich bleibe also noch bis 2009.


  • Organisationsprofil:

    Die evangelische Gemeindegruppe in Moskau ist an der Botschaft entstanden und versteht sich als evangelische Gemeinde für alle Deutschsprachigen. Vor ein paar Monaten haben wir unserer Gemeinde einen Namen gegeben:

    Emmausgemeinde (nach den Jüngern, die nach Ostern nach Emmaus laufen. Zu ihnen gesellt sich Jesus, der sich erst beim Abendmahl zu Erkennen gibt. Also eine Gemeinde unterwegs). Vorher hieß es einfach evangelische Gemeindegruppe.

    Wir sind hier nicht in Russland registriert, weil wir an der Botschaft beheimatet sind. Wir werden aber nicht von der Botschaft finanziert. Wir haben dort ein historisches Bleiberecht, genauso wie die katholische Gemeinde und feiern unsere Gottesdienste im Botschaftssaal.


  • Tätigkeitsprofil:

    Ich bin hier als Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Deutschen tätig. Ich stehe für eine liberale Theologie wie sie von vielen in Deutschland vertreten wird.

    Das Profil der Arbeit hier unterscheidet sich allerdings von der Arbeit in Deutschland. Es ist jedoch kein Mehr oder Weniger, sondern ein Anders. Es ist immer auch die Frage, wie jeder einzelne seine Position als Pastor füllt.

    Meine Tätigkeit beinhaltet Gemeindearbeit, die ich hier in Moskau natürlich an die hiesigen Gemeindeverhältnisse anpassen muss. Das bedeutet unter anderem, dass ich keine Gemeindemitgliederkartei habe, auf die ich zurückgreifen kann.

    Ich bin also darauf angewiesen, dass die Leute mit ihren Bedürfnissen, wie beispielsweise Taufen, Religionsunterricht und so weiter auf mich zukommen. Ich bringe sie dann zusammen.

    Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Mitglieder meiner Gemeinde meist tagsüber arbeiten und bis abends oder spät abends unterwegs sind. Ich kann also nicht, wie bei den Senioren in Deutschland, einfach so vormittags an der Tür klingeln und sie besuchen. Die zeitlichen Abläufe sind hier anders.

    Um dennoch den Kontakt zu suchen und anzubieten, veranstalten wir Gemeindeabende. Auch der Gemeindebrief ist sehr wichtig um Informationen zu verbreiten und den Menschen, die Anschluss an die Gemeinde suchen, diesen auch zu bieten und ihnen mitzuteilen, wo was stattfindet.

    Hinzu kommen auch Besuche von Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Religionsunterricht, den ich planen muss. Das hatte ich in Deutschland nicht. Dafür hatte ich in den vergangenen sechs Jahren noch keine einzige Beerdigung hier in Moskau.


  • Zukunftspläne:

    Nach sechs Jahren kann man sagen, dass es Sachen gibt, die sich im Jahresablauf sehr bewährt haben. Zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde bei bestimmten Höhepunkten im Jahr: verschiedene Ausflüge, der Erntedankgottesdienst, im November ein Kinderbibeltag in der Schule mit rund 90 Kindern, Volkstrauertag und der Krippenspielgottesdienst zu Weihnachten.

    Auch im sozialen Bereich haben wir bestimmte Projekte, die gemeinsam laufen. Beispielsweise gibt es im Krankenhaus auf unterschiedlichen Stationen Besuchergruppen von beiden Gemeinden, die regelmäßig Kinder besuchen oder Kontakte dorthin haben. Und das ist schon mal gut, wenn man das auch zukünftig am Laufen hält.

    Ansonsten beginnt demnächst auch wieder ein neues Schuljahr und das ist immer ein wenig wie ein Neuanfang. Die Neuen suchen, auf sie zugehen, einladen. Oder auch die deutschen Zivildienstleistenden hier in Moskau. Dort gibt es auch jeden Sommer einen Wechsel und ich lade am Anfang alle zu einem Abendessen und zu einem Gespräch ein, natürlich nur wenn sie wollen.

    Es soll gar nicht so sehr religiös sein, wobei es mich natürlich schon immer interessiert, welchen Glauben jemand hat. In erster Linie möchte ich zeigen, dass sie sich bei Problemen, Sorgen oder bei Bedarf an mich und an die Gemeinde wenden können.

    Des Weiteren haben wir für unsere neu benannte Gemeinde eine eigene Website eingerichtet, die wir noch weiter ausbauen möchten. (www.emmausgemeinde-moskau.de)


  • Familie in Moskau

    Ja, meine Frau und meine beiden Kinder, Theo (5 Jahre) und Annabell (1 Jahr), sind hier. Meine Kinder sind beide in Moskau geboren.


  • Russisches Lieblingsgericht

    Ich könnte morgens, mittags und abends Pelmeni essen. Und Pod Schuboj, diesen Heringssalat, mit mehreren Schichten Kartoffeln, Hering, rote Beete und dazu Mayonnaise.

    Was ich auch schätze ist ein gutes Schaschlik. Ein deutsches Schaschlik zeichnet sich ja dadurch aus, dass die Fleischstücke nicht größer sind als ein Würfel beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, wohingegen das hier eher in Richtung Kinderfaust-Größe tendiert.


  • Russisches Lieblingsgetränk:

    Wenn ich in Russland bin, dann trinke ich nur russisches Bier, kein deutsches. Wobei das ja weitgehend mit deutschem Braugerät gebraut und insofern ja schon wieder halb deutsch ist, aber gut.

    Beim Wodka ist es bei mir so wie bei den meisten Deutschen in Russland. Sie müssen dienstlich hin und wieder einen trinken. Bei Geschäftsleuten wird das, denke ich, sogar noch stärker der Fall sein, vor allem bei Geschäftsabschlüssen.

    In meiner Wohnung fließt also der meiste Wodka, wenn ich Besuch aus Deutschland habe. Am ersten Abend werden dann logischerweise immer alle Klischees - nicht Vorurteile - bedient. Das bedeutet, dass wir den Samowar anschmeißen, ein Döschen roten Kaviar kaufen und dazu Wodka servieren. Ein Wodka in Russland ist so wie Baden im Baikalsee: das muss man einmal mitgemacht haben.


  • Motto:

    Eigentlich habe ich kein Motto. Mein Lebensziel ist es mich dem anzupassen, was ich als christliche Wahrheit und als biblisches Zentrum empfinde, also eine Umsetzung von Gottes- und Menschenliebe. Das ist eigentlich das, woran man immer wieder scheitert und mit dem man immer wieder anfängt.

    Aber der größte Fehler wäre, es aufzugeben. Insofern versuche ich, schrittweise voranzukommen und stets jedem als Mensch zu begegnen.


  • Website:

    www.emmausgemeinde-moskau.de rn




  • (Aktualisiert am 18. Dezember 2007)



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