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Stefan Schwan schätzt die Pünktlichkeit der Moskauer Metro. Aus Deutschland ist er eine so gute Verkehrsanbindung nicht gewohnt (Foto: Privat).
Stefan Schwan schätzt die Pünktlichkeit der Moskauer Metro. Aus Deutschland ist er eine so gute Verkehrsanbindung nicht gewohnt (Foto: Privat).

Schwan, Stefan. Stellvertr. Leiter, DAAD Außenstelle, Moskau

  • „Ich bin in Moskau, weil mich die Arbeit in einer DAAD-Außenstelle sehr interessiert hat.

    Ich bin vor zweieinhalb Jahren nach Moskau gekommen und hatte damals mit Russland eigentlich relativ wenig zu tun. Ich kannte Russland eingentlich gar nicht und sprach auch die Sprache nicht.



  • Ich war vorher schon einmal fünf Jahre lang als DAAD-Lektor in Polen. Anschließend habe ich zweieinhalb Jahre lang an den Universitäten in Düsseldorf und Bielefeld gearbeitet.

  • „Ich schätze an Moskau diese wahnsinnige Größe. Das macht die Stadt unheimlich spannend. Und dann befindet sich das Land gerade auch in einer sehr spannenden Umbruchphase. Ich kannte das so ähnlich bereits aus Polen, wo diese Phase, die jetzt auch Russland durchlebt, schon vorbei ist. Eine Phase, in der nach einer ganzen Weile Stagnation, ja, Rückschritt könnte man sagen, es jetzt wirtschaftlich boomt.

    Auch Moskau pulsiert ja als Stadt. Alle paar Tage macht an irgendeiner Ecke ein neues Café oder Einkaufszentrum auf – das heißt die Stadt verändert sich einfach rasend schnell.

    Was ich ganz besonders an Moskau schätze ist aber die Metro. Ich komme ursprünglich aus dem Ruhrgebiet. Aus meinem Heimatort fährt die S-Bahn nach Dortmund alle zwanzig Minuten und morgens hat sie dann auch noch Verspätung. Für eine kurze Strecke braucht sie dann auch noch bald eine Stunde.

    Hier dagegen kommt die Metro im Minutentakt und man kann sich darauf verlassen, dass sie kommt.

  • „Ich kann nicht leiden an Moskau, ... genau das, was spannend ist, das geht einem andererseits auch schon einmal auf die Nerven. Nämlich, dass es hier in Moskau ständig laut ist und man eigentlich nie zur Ruhe kommt. Dass hier alles unheimlich schnell ist und teilweise auch sehr rücksichtslos – wenn ich da jetzt zum Beispiel nur an den Autoverkehr denke.

    Wenn man nicht ab und zu am Wochenende mal rauskommt aus der Stadt, dann ist es einfach auch sehr anstrengend. Man merkt das immer sehr deutlich, wenn man wieder in ruhigere Gegenden kommt – beispielsweise nach Deutschland.

  • „Meine Lieblingsrussen sind die Menschen, die ich hier kenne.

  • Lebenslauf und Laufbahn:

    Geboren am 07. Januar 1969.

    Ich komme ursprünglich aus der Germanistik und dem Bereich Deutsch als Fremdsprache. Habe in diesen Bereichen auch sehr lange gearbeitet unter anderem für den DAAD und das Goethe-Institut.

    Studiert habe ich in Köln und zwei Jahre lang in den Niederlanden. Der Wechsel war sehr angenehm: Anfang der 90er Jahre war die Uni in Köln bereits vollkommen überfüllt und dann in den Niederlanden saß ich in den Seminaren mit zehn, fünfzehn Komilitonen.

    Vor zweieinhalb, drei Jahren habe ich dann noch einen MBA mit der Ausrichtung Mittel- und Osteuropa an der Viadrina in Frankfurt an der Oder gemacht.

    Die Stelle, auf der ich hier bin, ist eine geteilte Stelle. Die eine Hälfte ist ein Lektorat – ich unterrichte also auch noch am Moskauer Institut für Stahl und Legierung. Ich unterrichte dort Deutsch. Den überwiegenden Teil meiner Zeit bin ich aber hier in der Außenstelle und betreue ein Stipendienprogramm für Journalisten.

    Dazu kommt dann noch, dass wir hier in der Außenstelle russische Bewerber auf deutsche Studienplätze testen und prüfen. Da gibt es den Daf-Test und wir führen jetzt neu ein den Online basierten Test On Daf für die Stipendienbewerber – das ist eine verkürzte Version des Daf.

    Im Frühjahr haben wir hier zum ersten Mal einen Studierfähigkeitstest durchgeführt, der in Deutschland jetzt für Studienbewerber eingeführt wird. Das heißt, demnächst können deutsche Hochschulen Bewerber auch danach auswählen, wie sie auf das jeweilige Fach vorbereitet sind.

  • Firmenprofil:

    Die Hauptaufgabe der DAAD-Außenstelle in Moskau ist die Vergabe von Stipendien an Russen. In einem begrenzten Umfang auch noch für die Betreuung der deutschen Stipendiaten hier vor Ort.

    Dazu kommt noch ein großer Bereich, der „Hochschulkontakte“ heißt. Das bedeutet: Knüpfung von Kontakten zu russischen Hochschulen, Kontaktpflege, der Besuch von Konferenzen.

    Diese Kontakte finden vor allem auf der Rektoratsebene statt. Allerdings sind wir, wie bereits gesagt, auch häufig auf Konferenzen, wo wir dann auch in Kontakt mit den Lehrkräften kommen.

    Die Kontakte werden auch in allen Fachbereichen angestrebt – also nicht nur im Bereich Deutsch als Fremdsprache.


  • Pläne für die Zukunft:

    Ich werde sicher noch eine Weile hier bleiben. Ob das die gesamten fünf Jahre sein werden, die ich hier bleiben könnte, das weiß ich noch nicht.
    Über kurz oder lang will ich nach Deutschland zurück. Ich war sehr lange im Ausland. Ich war zwei Jahre in den Niederlanden, dann zwei Jahre in Kenia, dann fünf Jahre in Polen, jetzt bin ich seit zweieinhalb Jahren hier. Irgendwann ist es dann auch mal genug mit der Rumtingelei im Ausland.

    Aber jetzt macht mir meine Aufgabe erst einmal Spass. Wir tauschen ja Menschen aus. Ich habe also viel mit Menschen zu tun und das macht großen Spass.

  • Familie in Moskau:

    Nein. Ich habe eine Freundin – dummerweise lebt sie derzeit noch in Tomsk. Das erhöht meinen Reiseaufwand noch zusätzlich.

  • Russisches Lieblingsgericht:

    Pelmeni finde ich ganz lecker.

  • Russisches Lieblingsgetränk:

    Mors.

  • Freizeit und Hobbys:

    In meiner Freizeit reise ich herum – Deutschland, Spanien, Wien und so weiter. Naja, und dann ist es so, dass ich auch hier in Moskau am Wochenende immer öfter einmal mit Freunden raus fahre aus der Stadt. Das habe ich am Anfang nicht so oft gemacht.

  • Website: www.daad.ru

    (Aktualisiert am 10. September 2007)


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