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| Julia Tschubajs und Carsten Weber lassen in ihrer Chleboteka nach echten deutschen Rezepten backen (Foto: Jahn/.rufo). | |
Freitag, 01.06.2007
Chleboteka: Brezeln und echtes Schwarzbrot in Moskau
Moskau. Seit einem halben Jahr gibt es in Moskau echtes deutsches Brot. Dank der Chleboteka muss niemand mehr auf knackige Krusten und gesunde Körner verzichten. Auch Nobel-Hotels schwören auf die frische Qualität.
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In der gläsernen Theke und in den Regalen dahinter liegt eine Köstlichkeit neben der anderen: Das goldgelbe Sonnenblumenbrot neben dem knackig braunen Kernerbrot, das urige Bayrisch-Brot neben dem gepunkteten Zwiebelbrot.
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Und natürlich dürfen die in Deutschland heiß geliebten Puddingteilchen und Kirschstreusel-Stückchen für den Nachmittagskaffee nicht fehlen. Internationale Klassiker wie das französische Baguette oder das italienische Chiabatta vervollständigen das Sortiment. Die Chleboteka – Chleb ist das russische Wort für Brot – bringt internationale Brotkultur nach Moskau.
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Lange frisch
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| Brezel, Baguette, Misch- und Körnerbrot - alles das gibt es täglich frisch in der Chleboteka (Foto: Jahn/.rufo). |
Die Idee für das eigene Brotgeschäft in Moskau kam der gelernten Juristin Julia Tschubajs, nachdem sie mehrere Jahre in Deutschland gelebt und deutsches Brot schätzen gelernt hatte. „Brot mit knackiger Kruste, das gab es in Moskau überhaupt nicht“, stellte die Nichte des Politikers Anatoli Tschubajs nach ihrer Rückkehr nach Russland fest.
„In den Geschäften hier wird ja bis heute vor allem labberiges Weißbrot verkauft, das bereits nach ein, zwei Tagen völlig vertrocknet ist. Das Brot unserer Chleboteka hingegen ist auch nach einer ganzen Woche noch frisch.“
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Gebacken wird in der Chleboteka ausschließlich nach echten deutschen Rezepten und mit echtem Sauerteig. Bei allem Traditionsbewusstsein lassen es sich Julia und ihr Lebenspartner Carsten Weber, der zugleich Mitinhaber ist, allerdings nicht nehmen, den erprobten Mischungen mit eigenen Ideen eine würzige Note zu geben.
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Immer mal was Neues
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| Modern und hell ist der erste Verkaufsraum am Leninski Prospekt eingerichtet (Foto: Jahn/.rufo). | |
„Unsere russische Bäckerin ist mit unglaublicher Motivation dabei“, erzählt Tschubajs zufrieden. „Sie probiert ein Rezept nach dem anderen aus und sucht ständig nach Verbesserungen.“
Ihr letzter Coup: Ein Schuss Dunkelbier im Teig erhält nicht nur liebenswerte Deutschland-Klischees am Leben, sondern verleiht dem Bayrischbrot einen herzhaft kräftigen Geschmack.
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Für die frische Ware greifen die Kunden ein bisschen tiefer ins Portemonnaie. Allerdings liegen die Preise noch weit unter deutschem Niveau: 50 bis 60 Rubel (1,50 bis 1,80 Euro) kosten die rund und eckig geformten Laibe.
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Derzeit gibt es in Moskau drei Verkaufsstellen. Der Verkaufsraum am Leninski Prospekt im Südwesten der Stadt ist modern eingerichtet und in freundlichem Gelb und Rot gestrichen. Wenn die Chleboteka expandiert, soll er als Prototyp dienen. Eine Sitzecke mit zwei Bänken und Tisch lädt zum gemütlichen Kaffee-Stündchen ein.
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Echtes Qualitätszeugnis
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| Adresse und Öffnungszeiten |
Chleboteka Deutsche Bäckerei Leninskij prospekt 86, Eingang von der Uliza Marii Uljanovoj Metro: Prospekt Wernadskogo, Uniwersitet Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 8.00 bis 22.00 Uhr Wochenenden und Feiertage 9.00 bis 21.00 Uhr |
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Wer sich die lange Anfahrt in den Moskauer Südwesten sparen will, kauft sein Chleboteka-Brot einfach in einer der beiden Verkaufsstellen in der Moskauer Innenstadt.
Nur fünf Minuten von der Metro-Station Kropotkinskaja bietet ein 24-Stunden-Supermarkt Chleboteka-Brot an – jede Woche vier bis fünf Sorten (Adresse siehe Textkasten). Eine weitere Verkaufsstelle gibt es auf der Uliza Schwerinka 14 im Supermarkt „Tscherjomuschki“.
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| Verkauf in der City |
24-Stunden-Supermarkt Ostoschenka 8
Supermarkt OOO „Tscherjomuschki“ Uliza Schwerinka 14 |
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Von der Qualität der frischen Ware konnten die beiden Jungunternehmer übrigens auch das Management der vier Moskauer Marriott-Hotels überzeugen. „Die Einkäufer waren von unserem Brot sofort begeistert. Die Hotel-Gruppe lässt sich gleich alle Sorten liefern“, sagt Julia Tschubajs selbstbewusst.
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Ein kleiner Deutschland-Urlaub
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Unter Dach und Fach sei auch der Vertrag mit dem Ritz Carlton, das noch in diesem Jahr am Anfang der Twerskaja-Straße in unmittelbarer Kreml-Nähe seine Pforten öffnet.
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Aber auch ohne dieses Qualitätszeugnis haben sich Julia Tschubajs und Carsten Weber bereits ihren Orden verdient: Sie haben endlich die von vielen sehnsüchtig vermisste Laugenbrezel in die russische Hauptstadt gebracht. Mit dem salzigen Gebäck und einem kühlen Weißbier wird der Sommersonntag am Badesee im Moskauer Vorort zum erholsamen, kleinen Deutschland-Urlaub. (cj/.rufo/Moskau)
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