 |
|
| Deutschlands Moskau-Botschafter Walter Jürgen Schmid plauderte mit Hamburg und Perm gleichzeitig (foto: ldc/.rufo) | |
Mittwoch, 26.03.2008
Deutsch-russischer Jugend-Treffpunkt im Internet
Moskau. Eine Internet-Plattform soll der Jugend des russischen und deutschen Sprachraums die Welt des anderen vertrauter machen. Zum Aufakt ließ eine Videokonferenz die Distanz zwischen Perm und Hamburg vergessen.
|
|
Die Welt scheint wieder ein Stück kleiner. Junge Menschen aus Kaliningrad grüßen von Hamburg aus Deutsche in Moskau und winken russischen Studenten in Perm zu. Sie alle stellen dann dem deutschen Botschafter in Moskau Fragen zum Kosovo, Rassismus, Fussball oder Urlaubsplänen. Möglich machte es eine Videokonferenz bei der russischen Nachrichtenagentur RIA-Novosti.
|
Die Konferenz war die technisch aufwändige Lancierung eines neuen Projekts des Goethe-Instituts. Die Kommunikation über Grossbildschirm sollte vormachen, was ab Mai für alle deutsch- oder russischsprachigen Jugendlichen mit Internetzugang und Interesse an dem anderen Land möglich sein soll: der Austausch mit Gleichaltrigen, ein gegenseitiges Kennenlernen und dadurch der Abbau von Vorurteilen über eine gemeinsame Plattform.
|
|
 |
| In Moskau konnten die Fragen direkt an den Botschafter gestellt werden (Foto: ldc/.rufo) |
Arabisch-deutsches Vorbild Dieser Treffpunkt heißt in russisch-deutschem Internetsprech www.to4ka-treff.de und wird in knapp zwei Monaten aufgeschaltet. Die Inhalte für das Portal stehen noch nicht. Sie sollen laut Projektkoordinatorin Dana Ritzmann teils von professionellen Anbietern eingekauft, teils von Jugendlichen selber produziert werden.
|
Als Vorbild existiert bereits seit einiger Zeit eine arabisch-deutsche Plattform gleichen Ursprungs. Hier zeigen die Benutzer Szenen aus ihrem Alltag, präsentieren Fotos ihrer Lieblingsorte. Im Forum wird dann unter anderem diskutiert, wieso arabische Männer gerne europäische Frauen heiraten würden.
|
Text, Video, Blog oder Podcast Damit der deutsch-russische Treffpunkt ebenfalls zu leben beginnt, haben sich Nachwuchsjournalisten aus beiden Ländern zu einem dreitägigen Workshop in Moskau versammelt. Hier sollen erste Beiträge produziert und gleichzeitig der Umgang mit den Instrumenten des Portals trainiert werden. Diese bestehen nicht nur aus konventionellen Texten, sondern beinhalten auch Blog, Podcast und andere Kommunikationsformen des Internetzeitalters.
|
Mascha aus Moskau möchte in Zukunft gerne Beiträge über kulturelle Ereignisse für das Portal produzieren. Ihre Kollegin Karen aus Köln plant Porträts der russischen Szene in ihrer Heimatstadt. Antonie aus Dresden ist jetzt bei ihrem ersten Besuch in Moskau das andere Auftreten der Frauen aufgefallen. Das Treffen mit Botschafter Walter Jürgen Schmid fand sie spannend, hätte aber gerne etwas direktere Antworten gehabt.
|
Das war etwas, was sie schon bei der vorangehenden Diskussionsrunde mit Journalisten von „RIA Novosti“ und „Russia Today“ vermisst hatte: „Wir bekamen meist nur ausweichende Antworten, als wir Themen wir Pressefreiheit und Demokratie angesprochen haben.“
(ldc/.rufo/Moskau)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>