Mittwoch, 22.05.2013

Deutsche Wirtschaft rollt auf Fußball-WM 2018 zu

Das Fußballturnier für die besten Jugendmannschaften erfreute sich riesiger Beliebtheit (Foto: Ballin/.rufo)
Moskau. Fußball verbindet – darauf hofft zumindest die deutsche Wirtschaft. Bei der Fußball-WM 2018 in Russland soll der Rubel auch für deutsche Firmen und Fußballvereine rollen. In Moskau wurde schon mal eifrig Werbung betrieben.
Unter dem Motto „Fußball – zwei Länder, eine Leidenschaft“ organisierte die deutsche AHK im Moskauer Sokolniki-Park mehrere Fußballturniere und ein Symposium. Ziel der Veranstaltung ist es, Aufträge für die deutsche Wirtschaft bei der Fußball-WM 2018 in Russland abzufassen. Es winken lukrative Geschäfte. Immerhin werden die WM-Investitionen auf bis zu 50 Mrd. Euro taxiert.

100 Firmen bei Olympia


Schlecht stehen die Chancen nicht, einen Teil davon zu ergattern. Schon bei der Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sind mehr als 100 deutsche Firmen zum Zug gekommen. Als Ausrichter der Fußball-WM 2006 und der Frauen-Fußball-WM 2011 verfügt Deutschland zudem über reichlich Know-How bei der Organisation eines solchen Ereignisses.

Einige dieser Organisatoren präsentierten sich bei dem Symposium. So berichtete Horst Schmidt, Schatzmeister des DFB und bei der WM 2006 Vizepräsident des Organisationskomitees, in seinem Vortrag von den Anforderungen und Herausforderungen, die vor dem WM-Ausrichter stehen.

Bayern München macht Werbung für sich und die Bundesliga


Nicht weniger wichtig dürfte die Darbietung der deutschen Fußballvereine, allen voran Bayern München, ohnehin das Zugpferd der Bundesliga im Ausland, gewesen sein. Neben den Bayern, die in Sokolniki auch ein Turnier für Jugendliche organisierten, durften sich auch die TSG Hoffenheim und Schalke 04 (in Russland durch die Kooperation mit Gazprom bekannt) präsentieren.

Noch wichtiger als für die Vereine war die Veranstaltung allerdings für die deutschen Firmen, die sich konkrete Aufträge von der WM erhoffen. Zwei mögliche Auftragsfelder nannte der Vizegeneralsekretär des russischen Fußballverbandes Anatoli Worobjow bei der Vorstellung der Entwicklungsstrategie des russischen Fußballs bis 2020. Die archaische Infrastruktur im Land soll durch ein Netz neuer Trainingszentren verbessert werden, zudem soll eine umfassende Datenbank für Spieler, Trainer, aber auch Referees geschaffen werden.

Großaufträge im und neben dem Stadion


Für die WM selbst müssen laut Dmitri Mosin, dem Vize-Generaldirektor des russischen Organisationskomitees 350 Infrastrukturobjekte bis 2018 geschaffen werden. Neben den Stadien und Trainingsplätzen sind das Hotels (insgesamt werden 60.000 Zimmer während der WM benötigt) und Straßen. Daneben müssen Flughäfen und Bahnverbindungen ausgebaut, die Kapazität der Telefonnetze und der Energieversorgung erhöht werden.

Deutsche Unternehmer sehen ihre Chancen u.a. in Sicherheitstechnologien, energieeffizienten und wassersparenden Lösungen beim Stadionbau, aber auch beim Design verschiedener Großobjekte.