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| Karin van Mourik hat als Stiftungspräsidentin von Welt hören immer ein offenes Ohr für ihre kleinen Patienten Sascha, Indira und Wolodja. (Foto: Ballin/.rufo) | |
Donnerstag, 20.11.2008
Die Welt hören - Rehabilitation für taube Kinder
Moskau. Indira sagt ein Gedicht auf. Mühsam formt sie jedes einzelne Wort. Nachdem die 6-Jährige fertig ist, brandet Beifall auf, denn Indira ist taub. Die Stiftung Welt hören gibt nun tauben Kindern neue Hoffnung.
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Am Mittwochabend ist die Stiftung im Beisein von Staatsminister Dr. Gernot Erler im Moskauer Mercedes-Benz-Zentrum eröffnet worden. Der Fonds unter Leitung von Karin van Mourik hat es sich zur Aufgabe gemacht, russischen Kindern, die entweder taub geboren wurden oder aber ertaubt sind, das Hören zu ermöglichen.
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| Fröhlicher Dialog zwischen Wolodja und Bulat dank Cochlear-Implantaten (Foto: Ballin/.rufo) | |
1.000 – 2.000 taube Kinder pro Jahr in Russland Das Problem ist kein Randphänomen. Weltweit werden auf 1.000 Kinder etwa 1 – 2 taube Kinder geboren. Das bedeutet in Russland 1.000 – 2.000 taube Kinder pro Jahr.
Am Anfang der Rehabilitation steht eine Operation. Ein so genanntes Cochlear-Implantat (cochlea lat. Hörschnecke) ist eine Hörprothese für Gehörlose. Bestehend aus zwei Teilen – einem äußerlich angebrachten Mikrofon und einem unter der Haut implantierten Empfänger – erlaubt das CI tauben Menschen Schallwellen zu empfangen.
Während diese Operation in Europa schon weit verbreitet ist, setzt sie sich in Russland erst allmählich durch. Immerhin zahlt der Staat von Jahr zu Jahr mehr OPs, teilt Professor Nikolai Daiches, eines der Kuratoriumsmitglieder bei „Die Welt hören“, mit. Vorreiter in Russland auf dem Gebiet ist übrigens die Republik Baschkortostan.
Hören will gelernt sein Doch eine Operation allein reicht noch nicht aus, um tatsächlich zu hören. „Hören und sprechen müssen wir lernen“, erklärt van Mourik. Das ist wie bei Neugeborenen. Auch diese verstehen ja zunächst nichts.
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Eine klinische Rehabilitation über lange Jahre sei nötig, um den Kindern das richtige Hören, das Verstehen und später auch das Sprechen beizubringen, weiß von Mourik. Doch nicht allein die Kinder müssen geschult und gefördert werden. Auch Eltern und Lehrer brauchen eine Einweisung im Umgang mit solchen Kindern.
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Genau dafür wurde die Stiftung gegründet. Die Operation ist Sache des staatlichen Gesundheitswesens, doch für die Eingliederung der Kinder in einen normalen Alltag sind Gelder nötig, die der Staat allein nicht hat.
(ab/.rufo/Moskau)
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