Donnerstag, 14.11.2013

Goethe Institut startet eigenes Filmfestival in Moskau

Das Kinotheater Chudoschestwenny wird zum Spielort des neuen Kinofestivals.
Moskau. Mit „Blick 13“ startet das Goethe-Institut am Donnerstag ein neues deutsches Filmfestival in der russischen Hauptstadt. Gezeigt werden neue Arthouse-Produktionen und eine Retrospektive von Arend Agthe.
Das traditionelle Moskauer deutsche Filmfestival – organisiert vom Goethe-Institut und German Films – bekommt Zuwachs: Bereits im November zeigt das Goethe-Institut nun ein eigenes Filmfestival im Kino „Chudoschestwenny“ am Arbat. In diesem Jahr steht es unter dem Motto: „Väter und Söhne“.

Generationenkonflikt für Russen aktuell


„Wir haben das Thema gewählt, weil es einer der roten Fäden ist, der sich durch die neueren deutschen Arthouse-Produktionen zieht“, begründet der Programmdirektor des Goethe-Instituts Wolf Iro die Auswahl. Zudem sei der Generationenkonflikt auch für die russische Gesellschaft aktuell, in der die Älteren mit anderen Werten aufgewachsen sei als die Jugend, die nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Regimes auf die Welt kam.

Das Filmfestival läuft vom 14. bis zum 20. November und beginnt mit dem Kinofilm „Wer wenn nicht wir“ über den Beginn der RAF. Regisseur Andres Veiel war vor Jahren bereits mit dem Dokumentarfilm „Black Box BRD“ zu Gast auf dem Moskauer Kinofestival.

Retrospektive von Arend Agthe


Freitag und Sonnabend stehen vor allem im Zeichen des Kinderfilmers Arend Agthe: Zu sehen sind die Filme „Flussfahrt mit Hühnern“ (Fr. 18 Uhr), „Küken für Kairo“ (Sa. 16 Uhr) und „Karakum“ (Sa. 18 Uhr). Abgeschlossen wird die Retrospektive am Sonntag mit dem Film „Sommer des Falken“ (So. 18 Uhr). Zuschauer haben die Möglichkeit, den „Klassiker des deutschen Kinderfilms“ Agthe selbst in Moskau zu treffen und ihm am Rande der Veranstaltung Fragen zu stellen.

Am Sonntag geht dann auch das Hauptprogramm mit einer Doppelvorführung von „This ain’t California“ über jugendliche Skater in der DDR und ihrem Werdegang nach dem Fall der Mauer (So. 15 und 17 Uhr) weiter. „Das Lied in mir“ (Mo 18 Uhr) entführt den Zuschauer nach Südamerika, wo sich eine junge Deutsche auf die Suche nach ihrer geheimnisvollen Vergangenheit macht.

Dramatisch wird es am Dienstag: In „Die Farbe des Ozeans“ geht es um Menschenschmuggel und das harte Schicksal von Flüchtlingen. Die auf Gran Canaria gestrandeten Afrikaner Zola und sein Sohn Mamadou erhalten Hilfe von der deutschen Touristin Nathalie. Doch das Geld, dass sie ihnen zur Flucht vor der Abschiebung verschafft, führt zur Katastrophe.

Mittel- und ziellos durch Berlin


Den Abschluss des Filmfestivals bildet dann am Mittwoch um 20 Uhr die 2011 fertig gestellte Komödie „Oh Boy“ von Regisseur Jan-Ole Gerster. Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film zeigt den Berliner Alltag des ziellosen Ex-Studenten Niko, der plötzlich ohne Führerschein, ohne Freundin und ohne Geld des Vaters zurecht kommen muss – und dabei nicht einmal auf einen guten Kaffee rechnen kann.

Die Eintrittspreise für das Festival sind relativ günstig: Ein Ticket kostet ohne Ermäßigung 200 Rubel (fünf Euro) und 150 Rubel für Schüler und Studenten. Karten sind an der Kasse des Kinos Chudoschestwenny erhältlich. Die Filme laufen in deutsch mit russischen Untertiteln.