Montag, 07.06.2010

Spargelessen in Moskau: Rezept für gute Laune

Treffpunkt des Spargelessens: Das Restaurant Moros an der Moskauer Vernisage (Foto: Ballin/.rufo)
Moskau. Dietmar Ertelt hatte eingeladen und die Moskauer deutsche Gemeinde kam. Das dritte Spargelessen in Moskau sorgte nicht nur für guten Appetit, sondern vor allem für gute Stimmung und geselliges Beisammensein.
Es ist immer ein kleines Abenteuer, wenn der Bremer Dietmar Ertelt zu einem typisch deutschen Essen in Moskau einlädt. Nicht zuletzt für den Organisatoren selbst. „Diesmal hätte mir die Deutsche Bahn beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht“, gestand der russlanderfahrene Unternehmer.

Nach technischem Defekt der Bahn stieg Ertelt aufs Taxi um und kam nach wilder Fahrt und mit 20 Kilo Spargel, mehreren Packungen Schinken und Hollandaise Sauce erst kurz vor Start der Maschine am Flughafen Hannover an, um dann dort doch noch erfolgreich einzuchecken.

Essen ausgebucht


In Moskau ging dann glücklicherweise alles glatt, so dass das Spargelessen wie geplant stattfinden konnte. Aufgrund der logistischen Schwierigkeiten mit dem Spargeltransport nach Russland war die Teilnehmerzahl von vornherein auf 30 begrenzt.

Alle Plätze waren ausgebucht und die Teilnehmer bereuten ihr Kommen nicht. Nicht nur, weil es in Russland ansonsten praktisch unmöglich ist, Spargel zu essen – das „königliche Gemüse“ ist weitgehend unbekannt und wird nicht angebaut – sondern auch, weil man sich hier einfach in geselliger Runde treffen kann. Die Stimmung ist deutlich ungezwungener als bei den meisten offiziellen Anlässen.

Gewitter kann Spargelesser nicht erschüttern



Ein kräftiges Gewitter am Abend kühlte zwar die Luft deutlich ab, tat aber der Stimmung im Moros-Haus an der Vernisage keinen Abbruch. Drinnen war es bei dem Wolkenbruch vor der Türe erst recht gemütlich.
„Mich freut es, dass es den Gästen gefallen hat“, sagt Ertelt. So wird er wohl auch weiter deutsche Küche auf Moskauer Teller bringen. „Eigentlich gebe es fast jeden Monat eine saisonale Spezialität, die man nach Russland bringen könnte“, meint er. Als nächstes steht wohl das Matjes-Essen an. Einen festen Termin dafür gibt es aber noch nicht.