Donnerstag, 27.10.2011

TV-Tipp: „Bolschoi, eine Wiedergeburt“ Live aus Moskau

Sechs Jahre harte wie filigrane Arbeit lässt das Bolschoi in neuem Glanz erstrahlen. Die Restaurierung hat sich gelohnt. (Foto: Bolschoi-Theater)
Straßburg. Mit einer prächtigen Gala feiert das Moskauer Bolschoi-Theater nach der Restaurierung seine Wiederauferstehung. ARTE überträgt live von der Eröffnungsgala und sendet im Anschluss eine Doku über das Theater.

Zweimal ist es ausgebrannt und wieder repariert worden. Es wurde bombardiert und strapaziert. Und jetzt ist es restauriert. Ganze sechs Jahre war es der Öffentlichkeit entzogen und nun erstrahlt es wieder in seinem ganzen Glanz – das Bolschoi-Theater.

Ein epochales Ereignis sondergleichen, wie man es nicht alle Tage vorfindet. Die Eintrittskarten zur Eröffnungsgala rangierten dementsprechend von heißbegehrt bis handverlesen. Die Preise dafür bewegten sich in der dementsprechenden Größenordnung. Der Schwarzmarkt kam in Fahrt.

Gala von daheim aus


Wem nun die im Raum gestellten 46.000.- Euro für eine Eintrittskarte zu recht zu hoch erscheinen, bietet der TV-Sender ARTE eine Live-Übertragung der Eröffnungsgala an. Frei Haus und für umsonst. Dazu müssen Sie nicht einmal nach Moskau fahren, denn es geht auch aus dem Fernsehsessel.

Die Sendung
ARTE
28. Oktober 2011, 20.15 bis 23 Uhr
„Bolschoi – die Wiedereröffnung“
Am Freitag ab 20.15 Uhr deutscher Zeit sind Sie herzlich dazu eingeladen dem neuen Glanz des Bolschois beizuwohnen. Nicht umsonst heißt ja dieser Musentempel „Großes Theater“. Da darf dann die feierliche Zeremonie auch schon etwas großzügiger und spektakulärer ausfallen. Und Mühe haben sich die Programmgestalter für diesen Abend durchaus gegeben.

Glanzvolle Revue einer langen Tradition


Seit seiner Eröffnung im Jahr 1776 hat das Bolschoi schon viele Künstler, Uraufführungen, Neuentdeckungen und Altbewährtes erleben dürfen. All diejenigen, die in diesem Theater in die hohe Schule gehen durften, stehen heute auf den größten und bedeutendsten Bühnen der Welt.

Eine prächtige Eröffnungsgala erwartet den solventen Gast zu einem stolzen Preis im Bolschoi-Theater zu Moskau. Es geht aber auch billiger… (Foto: ARTE)
Dementsprechend zaubern der Regisseur Dmitri Tschernijakow und die Choreographen Juri Grigorowitsch, Sergej Filin und Pierre Lacotte eine Revue der langen Traditionen in den Saal. Aufwändige Projektionen und eine imposante Kulisse werden an die vielen Jahre des Bolschois erinnern.

Die Liste der Gaststars an diesem Abend ist entsprechend hochkarätig besetzt. Neben dem hauseigenen Bolschoi-Ensemble werden internationale Größen der Klassikbühne bei der virtuellen Zeitreise durch die bewegte Geschichte des Bolschoi-Theaters zugegen sein. Angela Gheorghiu, Natalie Dessay und Plácido Domingo interpretieren Werke, die das Bolschoi maßgeblich beeinflusst haben.

Die langen Jahre der Restaurierung


Eine Dokumentation, die im Anschluss an die festliche Gala ausgestrahlt werden wird, zeugt von der langwierigen Arbeit der Handwerker, die diese Wiedereröffnung erst ermöglicht haben. Akribische Arbeit vom Fundament bis zum vergoldeten Balkon, der Moskauer Vorzeigeklassizismus glänzt wieder.

Mittels aufwändiger Animationen, 3-D Bildern und hervorragender Dokumentationsarbeit wird verdeutlicht, was Handwerker in sechs langen Jahren Tag wie Nacht vollbracht haben, um den Musentempel wieder auf Vordermann zu bringen.

Architekten, Ingenieure und Handwerker vollendeten die, von den russischen Medien „Jahrhundertbaustelle“ genannte, Wiedergeburt des Bolschois. Diese Dokumentation ist eine spannende und visuell erzählte Geschichte von den Anfängen des Theaters bis zur Gegenwart.

Baufälligkeit und Skandale


Das nahezu 150 Jahre alte Bolschoi-Theater musste 2005 zwangsläufig geschlossen werden. Es war schlichtweg einsturzgefährdet. Deshalb bezog sich die Renovierung nicht nur auf die Vertäfelung und Vergoldung.

Die groben Arbeiten betrafen das gesamte Fundament. Sozusagen auf neuem Sockel gebaut, wurde auch gleich die Bühne auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Billig war es nicht gerade. Korruption stand im Raum, als die Kosten für den Umbau auf eine Milliarde Euro explodierten.

Heute wäre Joseph Bové, der Erbauer des Bolschoi, stolz auf sein Theater. Auf seinen Inbegriff der Hochkultur des damaligen Russlands und der späteren Sowjetunion. Das Aushängeschild der russischen Kultur schlechthin, die Hoffähigkeit gen Westen.

Es bleibt nun Ihnen überlassen, ob Sie sich in Ihre Abendgarderobe werfen oder auch nur einfach den Jogginganzug anbehalten. Ihnen steht jedenfalls Fall ein unterhaltsamer und informativer Fernsehabend ins Haus.