Mittwoch, 01.06.2005

Cafe Esterhazy: Sehen und gesehen werden

Das Esterhazy (Foto: Brixa/.rufo)
Moskau. Plagt Sie die Sehnsucht nach Torten, dem obligatorischen Marzipanschwein oder einer Rumkugel? Alles dies gibt's im Café Esterhazy. Beim Abwarten und Tee trinken den kleinen Finger bitte abspreizen.
In dem groß angelegten Kaffeehaus unweit der Metro „Kitai Gorod“ ist nämlich alles vom Feinsten. Jedenfalls dem Geschäftsprinzip nach. Und die reichhaltige Torten- und Dessertauswahl hinter der blitzenden Glastheke ist auch wirklich beeindruckend.

Sterile Exklusivität

Der große, helle Raum ist betont sauber und neu, blankgeputzte Spiegel und teure Polstermöbel geben dem Café einen exklusiven Touch. Trotzdem wirkt das Café Esterhazy eher steril und unpersönlich. Auch die blecherne Technomusik will nicht recht zur legeren Atmosphäre eines Kaffeehauses passen. Der Service ist in seinen grünen Kleidchen mit weißer Schürze und Spitzenhaube zwar hübsch anzusehen, schleicht aber oft genervt über den blank gewienerten Boden des Cafés.

Die ideale Kuchenschlacht

Aktuell.ru Rating
Atmosphre: steril
Kche: sehr gut
Service: naja
Preise: exklusiv
Wer allerdings nicht vorhat, sich entspannt für die Zeitungslektüre zurückzulehnen oder gar auf die Bekanntschaft mit jungen Literaturtalenten hofft, ist für die nachmittägliche Kuchenschlacht im Café Esterhazy richtig. Es empfiehlt sich zwar nicht, gerade hier eine Flasche Champagner zu bestellen, denn deren Preis ist mit 3.699 Rubel (106 Euro) wahrhaftig vom Feinsten. Das hauseigene Frühstück gibt es aber schon für einen Preis von 69-99 Rubel (zwei 2,80 Euro), ein Eis ab 169 Rubel (4,80 Euro) und eine kleine Auswahl warmer Gerichte ab 219 Rubel (6,30 Euro). Sehr empfehlenswert ist der kreativ verzierte Schoko-Milchshake für 99 Rubel (2,80 Euro).

Marzipan-Kunst und Spielburg für die Kleinen

Koordinaten
Metro: Kitai Gorod
Adresse: Uliza Marosejka 7/8
Tel: 921-11-02
Sehenswert sind die in Vitrinen ausgestellten Portraits, Büsten und Bücher aus Barockzeiten, die allesamt allein aus Marzipan und Zucker hergestellt wurden. Praktisch ist auch das angrenzende Spielzimmer, in dem man die lieben Kleinen mit gutem Gewissen abgeben kann: dort gibt es nicht nur eine große Spielburg mit Plastikbällen, sondern sogar eine Betreuerin. So kommt auch der jüngste Kaffehausbesucher auf seine Kosten und die Eltern zu einer entspannten Unterhaltung bei Nussecken und Schlagsahne.

(aj./rufo)