Im Kult hört man Musik aus aller Welt (Foto: cultclub.ru)
Kultloser „Kult“: Gut versteckt
Inmitten eines wunderbaren Restes klassizistischen Moskaus, dicht bei der Medizinischen Akademie, gibt es ein Restaurant, dass es Wert ist, beschrieben zu werden. „Kult“ ist ein schicker Platz, der nicht gefunden werden will. Keine Anzeige, keine Schilder, keine Türklingel. Um zu dem Club zu gelangen, gehen Sie die winzige Gasse dicht an einer Schnellstraße hinunter.
Bambusmöbel, Terrakotta an den Wänden, aufgeräumtes Design, Holztische, in Jute eingebunde Menükarten. Ein DJ legt sauberen, weichen Sound auf, gelegentlich butterzarten House, die Anlage ist genau richtig getunt. Es gibt einen Chill-out-Room, obwohl nicht recht klar wird, warum ein Restaurant so etwas benötigt.
Leider hält das Essen überhaupt nicht, was das schicke Design zu versprechen meint, obwohl die Location selbst einen Besuch wert ist. Die Weißweine aus Georgien lassen sich nur als Schorle genießen, ein paella-artiges Gericht war zu fischhaltiger Kleistermasse verkocht, die Lasagne sah aus wie ein toter Japaner - gelb und blutig und - und das war schon wieder Kult.
Außerdem gab es noch „Französischen Salat“, und das war erst recht Kult, denn französischer Wein ist zwar bekannt, aber „Französischer Salat“? Aber hier sollte man nicht so pingelig sein. Gegen elf wird es langsam voll. Aber um Mitternacht ist unter der Woche schon wieder Schluss, am Wochenende bis 3 Uhr morgens.
Da kommt mal wieder Freude auf: wer immer noch versucht, mit dem Auto zur Arbeit zu kommen, sollte die Thermoskanne und einen Stullenvorrat mitnehmen. ( Topfoto: zr/.rufo)