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Aktualisiert 21.03.2011 12:37

Im Taxi durch Moskau - Daumen raus am Straßenrand

Mitte der Neunziger Jahre waren sie fast ganz aus Moskau verschwunden – die offiziellen Taxis Marke „Wolga”. Dennoch war keiner auf den Nahverkehr angewiesen: Jedes Auto auf der Straße ist ein potenzielles Taxi.

Auch heute kann man überall in Moskau und Russland ohne Probleme ein Auto am Straßenrand anhalten: Viele Menschen verdienen sich als „wilde” Taxifahrer etwas dazu, denn die kläglichen Gehälter reichen oft nicht für das Benzin und die Reparaturen des zwanzig Jahre alten Ladas. Wenn abends Busse und Straßenbahnen seltener fahren, warten wilde Taxis oft auch an den Metro-Stationen.
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• Moskauer Nahverkehr: Das Kreuz mit dem Drehkreuz (19.06.2006)

Jeder ist ein Taxi


Wundern Sie sich aber nicht, wenn nicht nur alte Ladas und Wolgas anhalten, sondern vielleicht auch eine recht ansehnliche Importkutsche. Das kann einfach bedeuten, dass der Besitzer ein verarmtes Opfer der zahlreichen Bankkrisen ist und kein Geld mehr für die fällige Tankfüllung hat. Wenn aber gleich mehrere Jeeps und Luxuslimousinen bei Ihnen stoppen, dann sollten Sie überprüfen, ob Ihr Minirock vielleicht nicht doch etwas zu kurz geraten ist.
Taxi fahren kann man also auf zwei Arten: Entweder mit einem offiziell zugelassenen – und laut offizieller Regeln dann auch mit eingeschaltetem Taxometer – oder „wild“. Die Preise für offizielle und wilde Taxis sind in etwa gleich.

Für „wilde“ Taxinutzer gelten folgende Regeln: an den Straßenrand stellen, Hand raushalten, wenn ein Fahrer anhält (das wird nicht lange dauern): Ziel nennen und vorher Preis aushandeln. Wenn der Fahrer Ihnen nicht gefällt – nicht nüchtern ist oder ähnliches – Tür zumachen, auf einen anderen warten. Niemals in einen Wagen steigen, in dem bereits mehrere Passagiere sitzen!

Vom Flughafen ist’s teuer


An allen Orten, an denen viele Leute mit viel Geld verkehren – vor Hotels, rund um den Roten Platz und die Uliza Twerskaja, besonders aber an Flughäfen und Bahnhöfen – sind die Taxifahrer mafiaartig organisiert und die Fahrpreise entsprechend gesalzen. Wer viel Geld sparen möchte, sollte nach Möglichkeit in hundert Meter Entfernung einen Wagen stoppen.
Ganz problematisch sind die Moskauer Flughäfen: Für eine Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum werden astronomische Preise verlangt, so dass man sich besser abholen lassen oder aber öffentliche Verkehrsmittel benutzen sollte. Eventuell kann man bei der Abflughalle ein Taxi finden, dass gerade jemanden aus der Stadt abgesetzt hat und dort einen günstigeren Preis bekommen. In die andere Richtung – aus dem Zentrum zu den Flughäfen – kann man aber unproblematisch die billigen Privattaxis finden. Bei wem es auf jede Minute ankommt, der kann sich auch per Telefon ein Taxi bestellen.
Einige Preisbeispiele: Vom Flughafen Wnukowo ins Stadtzentrum kostet die Fahrt rund 40 Euro. Nachts von A nach B innerhalb des Radius der Metro-Ringlinie sind Sie mit rund 300 Rubel dabei. Tagsüber dürften sie mit Verhandlungsgeschick innerhalb des genannten Bereichs nicht mehr als 200 Rubel zahlen. Das ist das Preisniveau Anfang 2011.

Nimm die „Marschrutka“!


Wem ein Taxi zu teuer und Busse zu langsam sind, steht in vielen Städten Russlands noch ein Verkehrsmittel zur Auswahl: die „Marschrutka”, die Sammeltaxis: Die Preise unterscheiden sich inzwischen kaum noch vom Busfahrpreis (Ausnahme sind die Routen zu den Flughäfen), die Sammeltaxis sind in der Regel deutlich schneller als Bus und Bahn.
Die Marschrutkas halten auf Wunsch der Passagiere unterwegs an jeder beliebigen Stelle an. In Moskau verbinden Marschrutkas auch alle Flughäfen mit den Endhaltestellen der Metro.

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