Das Hotel Ukraina in der Nähe des Kiewer Bahnhofs ist eines der renommiertesten Hotels in Moskau (Foto: Archiv)
Freitag, 27.01.2006
Moskau – Stadt der teuersten Hotels
Moskau. Im vergangenen Jahr stiegen die Hotelpreise in Moskau um 29 Prozent. Ein Hotelzimmer im Zentrum kostete durchschnittlich 240 Euro. Das ist teurer als in London, Paris oder New York.
Die Preiserhöhung ist mit dem Defizit an Hotelbetten verbunden. Während die Zahl der Fünf-Sterne-Hotels ständig wächst, gibt es immer noch viel zu wenig Zwei- und Drei-Sterne-Hotels. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Touristikunternehmens „Business Travel International“ (BTI).
Die besten (und auch die teuersten) Moskauer Hotels befinden sich in der Nähe von Kreml und Rotem Platz. Ein Zimmer im Hotel Metropol kostet zwischen 310 - 1.700 Euro. Im Hotel Mariott an der Twerskaja-Straße können Gäste für Beträge zwischen 600-950 Euro übernachten. Das Hotel National bietet Zimmer ab 500 Euro an.
Auf der Suche nach den preiswertesten Herbergen können Besucher in Moskau viel Zeit verlieren. Die Hauptregel eines Mittelklasse-Touristen lautet: Je weiter vom Stadtzentrum entfernt, desto billiger. Es lohnt sich, die Standardpfade zu verlassen und seine Schritte in den Norden oder den Süden von Moskau zu lenken. Passen Sie auf! Die unscheinbaren Eingänge von Ein- und Zwei-Sterne-Hotels sind schwer zu finden und leicht zu übersehen.
Teufelskreis
Ohne preiswerte Hotels wird es in absehbarer Zukunft keinen Tourismusboom geben. In den letzten Jahren wurde eine ganze Reihe günstiger Hotels abgerissen (unter anderem Intourist und Moskwa). In diesem Jahr ist auch Rossija, das größte Hotel Moskaus, dran.
Obwohl die Stadtverwaltung schon im Jahre 2000 den Bau preisgünstiger Hotels beschlossen hat, wurde bis jetzt kein einziges gebaut. Damit sieht es zurzeit so aus, als ob Moskau seinen „Ehrenplatz“ als teuerstes Hotelpflaster der Welt noch eine Weile beibehalten wird.
Seit Wochen zeigt das Thermometer am Hotel National gegenüber dem Kreml konstant Werte über 30 Grad an. Die Hitze bleibt den Moskauern auch in den nächsten Tagen noch erhalten. ( Topfoto: Ballin/.rufo)