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| Ein kleines Schlösschen an der Rubljowskoje Chaussee (Foto: newsru) | |
Freitag, 29.04.2005
Stadtflucht ohne Stil: Die Neuen Russen ziehen um
Moskau. Die „Chruschtschowkas“ werden immer weniger, gleichzeitig entstehen an den Ausfallstraßen neue Privathäuser der Oberschicht. Über ihren Baustil lässt sich dabei trefflich streiten.
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Hinter hohen Mauern verschanzt, von bewaffneten Sicherheitskräften geschützt entstehen an Moskauer Ausfallstraßen und im nahen Umland mehr und mehr Privathäuser der neuen Oberschicht. Besonders begehrt ist ein warmes Plätzchen an der Rubljowskoje Chausse. Hier können 100 Quadratmeter Baugrund schon mal 70.000 Euro kosten.
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Häuser ab einer Millionen Euro
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Den Kosten sind nach oben keine Grenzen gesetzt, der minimale Aufwand für ein Häuschen im Grünen liegt aber bei rund einer Million Euro. Die Nachfrage nach Privathäusern an der Chausse ist in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass auch ein Budget von sechs Millionen Euro nicht unbedingt schnell zu einem neuen Heim führt.
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Da aber nicht jeder das nötige Kleingeld aufbringen kann oder will, wird in letzter Zeit vermehrt Baugrund in anderen Regionen außerhalb des Moskauer Autobahnringes erschlossen. Dies sind insbesondere die Noworischskoje Chausse und die Ausfallstraßen der Kaluger, Dmitrowsker und Minsker Richtung.
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Verkehrshindernis Präsident
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Ausgewichen wird aber auch aus anderen Gründen: Russlands Präsident Wladimir Putin fährt jeden Tag über die Rubljowskoje Chausse und den Kutusowski Prospekt in den Kreml. Die Straße wird dann für ca. 20 Minuten gesperrt, was in schöner Regelmäßigkeit zu längeren Staus führt. Und nicht jeder will in seinem zwar klimatisierten und gepanzerten, aber stehenden amerikanischem Humvee zwei Stunden seiner Zeit verlieren.
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Mauern, Türmchen und Wachen
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Seit einiger Zeit zieht es nicht mehr nur die ganz Reichen zu Präsidenten, Ex-Präsidenten und Berühmtheiten aufs Land, auch der sich langsam bildende Mittelstand sehnt sich nach einer baulichen Verwirklichung seiner Träume. Der Geschmack, den sie dabei zeigen, ist allerdings nicht jedermanns Sache. Rosafarbene Türmchen, auf holländisch getrimmte Ziegelbauten oder bunt bemalte Fantasieschlösser zeugen zwar von Kreativität, gefallen aber nicht jedem Passanten.
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Doch die neuen Russen nehmen glücklicherweise Rücksicht auf die Sehgewohnheiten ihrer Mitmenschen und verbergen ihre architektonischen Untaten vor unbefugten Blicken. Getönte Scheiben verheimlichen auch vor den Nachbarn, wer gerade mit Blaulicht aus der kameraüberwachten Einfahrt gebraust kommt.
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(jb/.rufo)
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