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| Das Bolschoi-Theater wird derzeit renoviert. Die Aufführung finden daher gleich daneben auf der Neuen Bühne statt (Foto: Djatschkow/.rufo) | |
Donnerstag, 29.09.2005
Felix Krull als Waisenknabe
Moskau. Die neue Theatersaison hat begonnen. Darüber freuen sich die Moskauer – und am meisten die Spekulanten. Der Run auf die Tickets verspricht ihnen satte Gewinne. Da kann selbst Felix Krull nicht mithalten.
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Der berühmte Romanheld von Thomas Mann hatte sich durch seine Hochstapeleien einige Vorteile erschwindelt. Seine „Bekenntnisse“ werden nun im Moskauer Tabakow-Theater gezeigt. Doch seine Sünden nehmen sich im Vergleich zu den Spekulanten vor den Theaterpforten geradezu harmlos aus.
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Theater hat in Russland Tradition
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Das Theater war bereits zu Sowjetzeiten populär. Vor allem Moskauer und Leningrader Theater hatten einen sehr guten Ruf. Bis heute spielen auf den Moskauer Bühnen bekannte Fernsehschauspieler. Die Eintrittskarten für das Theater sind immer noch vergleichsweise preiswert. Selbst für das berühmte Bolschoi-Theater gibt es bereits Tickets ab 20 Rubel (60 Cent) für Studenten und ab 150 Rubel (vier Euro) für Erwachsene.
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Zwar ist das Vergnügen auf den „billigen Plätzen“ deutlich geringer als auf den Logenplätzen, doch zu Sowjetzeiten standen die Menschen bereits nachts an den Vorverkaufsschlangen an, um die begehrten Karten zu bekommen. Auch heute empfiehlt sich eine frühzeitige Bestellung, denn Spekulanten treiben die Preise in die Höhe.
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Spekulanten kaufen alles auf
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Sie kaufen eine große Anzahl von Karten für kleine oder besonders prestigeträchtige Theater auf, um sie dann vor den Kassen mindestens zum doppelten Preis weiter zu verkaufen. Auch das gab es bereits zu Sowjetzeiten. Der heutige Ölmilliardär Michail Fridman soll sich in der Perestroika-Zeit so sein erstes Geld verdient haben.
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Eine ganz so steile Karriere haben die meisten Spekulanten wohl nicht vor sich. Aber der Kartenverkäufer vor dem Theater „Sowremenik“ kommt zumindest auf seine Kosten. 500 Rubel (14 Euro) verlangt er für hintere Plätze in einer Aufführung von Erich Maria Remarques „Drei Kameraden“.
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An der Kasse kosten die eigentlich 200 Rubel (sechs Euro), doch da gibt es bereits keine mehr. Also muss der Theaterliebhaber für jeden „Kameraden“ 100 Rubel draufzahlen. Gut, dass in dieser Theatersaison nicht „Ali Baba und die 40 Räuber“ läuft. Aber die stehen wohl vor den Gastspielhäusern.
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(ab/.rufo)
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