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M’ARS

Moskau. Die Galerie M’ARS – Moskauer Kunst – kann auf rund 400 Ausstellungen und 150 Kataloge zurückblicken. Mars ist nicht nur der älteste aller privaten Ausstellungssäle in Moskau, sondern jetzt auch der größte.

Seit die 1988 gegründete Galerie im April 2003 ein neues Domizil bezog, hat sie sich von 1000 qm auf 2000 qm verdoppelt und besitzt nun die Ausmaße eines Museums.

Elf Ausstellungsräume bietet das neue Gebäude. Die erste Etage steht Sonderschauen zur Verfügung. Im Untergeschoss sind wechselnde Ausstellungen mit Werken aus der eigenen, ca. 1500 Arbeiten umfassenden Sammlung untergebracht. Die Kollektion umfasst Werke von russischen und ausländischen Künstlern seit den 70er Jahren.

„Unser großes Ziel war es, im Zentrums von Moskau ein Haus zu bauen, in dem wir unser Programm verwirklichen können“, erzählt die Direktorin und Besitzerin Natalia Kosolapowa. „Was nun letztendlich in den neuen Räumen wichtiger wird – unser „Museum“ oder die Sonderausstellungen im Zentrum für aktuelle Kunst – steht noch nicht fest“, sagt sie. „Wahrscheinlich eher das Zentrum – das ist ein Labor, in dem experimentiert werden kann.“ Hierfür hat die Leiterin von M’ARS viele Projekte.

Unter anderem werden im dritten Stock des Gebäudes zwei Studios ausgebaut, um ausländischen Künstlern eine Unterkunft in Moskau zu bieten. „Ich glaube, dass westliche Künstler gerne hierhin kommen würden. Aber sie haben keinen Anlaufpunkt. Hotels sind teuer“, sagt Natalia Kosolapowa. Ihr schwebt ein Künstleraustausch vor. Auf ihre Offerte soll es möglichst eine Gegeneinladung für russische Künstler ins Ausland geben. Im Februar erwartet sie die ersten Gäste.

Frau Kosolapowa wünscht sich, dass die Künstler nicht nur in ihrem Haus arbeiten und ausstellen, sondern auch Vorträge in dem Seminarraum halten. Sie möchte wieder kulturgeschichtliche Vorträge für Schüler organisieren, um der schwindenden Wissbegierde der Jungend entgegenzutreten. Außer Kunstgeschichte sollen auch Philosophie und Literatur auf dem Lehrplan stehen. Für Kunststudenten möchte Natalia Kosolapowa Fachvorlesungen und Meisterklassen anbieten.

„Ich will, dass unser Zentrum voll Leben ist“, sagt die Direktorin. Sie plant einen Fond ins Leben zu rufen, der Geld für Projekte wie die Vortragsreihen zur Verfügung stellen könnte: „Westliche Fonds geben ungern Geld nach Russland, weil sie häufig keine Rückmeldung über die Verwendung der Summen bekommen haben“, weiß sie zu berichten.


Die Finanzierung hemmt Natalia Kosolapowas Pläne: „Die Arbeit ist schwierig, weil wir unabhängig sind“, erzählt sie. Von der Regierung wolle sie jedoch nicht finanziert werden: „Wir sind es satt, dass der Staat Einfluss auf die Kunst nimmt. Er versteht nicht, dass sich Kunst entwickelt und jemand muss die neuen Strömungen ja vorantreiben.“ Private Sponsoren für M’ARS konnten jedoch noch nicht gefunden werden. Deshalb besitzt die Galerie eine gesonderte Abteilung, in der Bilder zum verkauft werden. Der Gewinn fließt in die Organisation der nichtkommerziellen Ausstellungen.rn

rnUm ihr Zentrum für Besucher noch attraktiver zu gestalten, wird bald ein Cafe eröffnen. Ein weiterer Saal soll extra für Multimediaprojekte ausgestattet werden. Hier wird dann jährlich die internationale Ausstellung „Art Digital“ stattfinden, bei der auf Computertechnologie basierende Kunst zu sehen ist, wie Digitalprints, 3dimensionale Projekte, Plotterzeichnungen und digital bearbeitete Fotografien. rn


M\'ARS
Puschkarew Pereulok 5
Metro: Sucharewskaja
Tel. 923 56 10
Als weiteres, „weniger ernsthaftes“ Event plant Natalia Kosolapowa ein jährliches internationales Comic-Festival. Ihr Hauptanliegen ist es jedoch, russische Emigranten für Ausstellungen nach Moskau zurück zu holen – und natürlich internationale Künstler.
Die Gespräche mit verschiedenen Kulturzentren hat Natalia Kosolapowa schon aufgenommen. Als erstes will sie ein schwedisches Länderfestival organisieren und danach ... vielleicht deutsche Kulturtage?

(sp/.rufo)

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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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