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Regina

Moskau. Hier tobte Anfang der 90er Jahre das Leben. Regina war die skandalöseste Galerie Moskaus. Ihre Performances eckten an und führten zuweilen sogar zu wilden Protesten. Wer erinnert sich nicht an Schweinchen „Piggy Wiggly“, das Oleg Kulik vor versammelten Kunstfreunden schlachten ließ?

Mittlerweile ist „Regina“ etwas ruhiger und kommerzieller geworden. Heute bietet die Galerie vor allem Werke russischer Künstler auf ausländischen Messen feil.

Der Inhaber der Galerie, Wladimir Owtscharenko, ist Geschäftsmann – „und eigentlich nie zu sprechen“, sagt seine Mitarbeiterin Maria. Anfangs war die Galerie für ihn eine Art Berufung oder Hobby: Er holte zu Zeiten der Perestroika die junge Kunst aus dem Privaten und dem Untergrund und machte sie publik: Schon kurz nach Eröffnung Ende 1990 wurde „Regina“ von den Post-Sowjet Künstlern als „Erscheinung erster Ordnung“ bezeichnet.



Aufmerksamkeit erlangte die Galerie vor allem durch Provokation. Verkaufen ließ sich Kunst Anfang der 90er Jahre sowieso noch nicht – wer hatte schon Geld für so etwas? Bei den Aktionen konnte es deshalb um so wilder zugehen:



Zum Beispiel bei Anatoli Osmolowski, der 1992 im Rahmen von „animalische Projekte“ lebende Leoparden bei einer Installation einsetzte. Oder bei dem Kunstprojekt „Apologie der Schüchternheit oder Kunst aus erster Hand“ von Oleg Kulik: Er ließ eine Kompanie Soldaten anrücken, um sie als lebende Kunst-Halter (mit den Händen durch die Wand) einzusetzen.rn

rnEin weiterer Höhepunkt war die Ausstellung von Dimiti Gutow „Above black mud“ 1994: Der ganze Fußboden der Galerie war mit Erde bedeckt, auf der Holzbohlen lagen. Ein Werk über Utopie des Glücks, bei dem Gutow unter anderem auf Juri Pimenow Olgemälde „Hochzeit auf der Straße von Morgen“ (Tretjakow Galerie, Moskau) aus dem Jahr 1962 Bezug nimmt.rn

rnEin besonderes Anliegen der Galerie ist die Integration der aktuellen russischen Kunst in den weltweiten künstlerischen Prozess. Zu diesem Zweck organisierte „Regina“ seit Mitte der 90er eine Reihe von Ausstellungen. rn


Adresse
1. Twerskaja-Jamskaja 22
Tel. (007) 095 250 85 71
Fax: (007) 095 251 80 00 Mail: info@regina.ru
So gelang es der Galerie, sich auf dem Markt der 90er zu etablieren. Heute gehört sie neben einer Hand voll anderen Ausstellungsräumen zu den führenden Treffpunkten der Moskauer Kunstszene. Seit einigen Jahren nimmt die Galerie regelmäßig auf den großen Kunstmessen Art Cologne, ARCO und Art Turin teil.
Außerdem besitzt „Regina“ selber eine große Sammlung aktueller russischer Kunst.

(sp/.rufo)

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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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