Mittwoch, 26.03.2003

Tschechow-Theater (MchAT)

Das Tschechow-Theater im Kammergerski pereulok (Foto: photo7.ru)
Hier kam ab dem Ende des 19. Jahrhunderts alle neuen Stücke auf die Bühne: Gorki, Tolstoi oder auch Hauptmann. Selbst wenn das Kunsttheater jetzt nicht mehr dem Zeitgeist folgt, ist es eins der beliebtesten Moskaus.
Die Koordinaten
Kamergerski Pereulok 3
Metro: Teatralnaja
Tel.: 7 (495) 692 67 48
art.theatre.ru
Das Theater folgte bei seinen Aufführungen den Ideen des Naturalismus und des psychologischen Realismus. Die Gründerväter Konstantin Stanislawski und Wladimir Nemirowitsch-Dantschenko wollten neue Kunstformen im Theater etablieren. Großen Einfluss auf ihr Konzept hatte die deutsche Meininger Theatertruppe, die damals durch ganz Europa tourte.

Stanislawski entwickelte ein System für den Schauspielunterricht, um vor allem das realistische Spiel zu vermitteln. Im Oktober 1898 öffnete das MchAT mit Tolstois „Zar Fjodor Iwanowitsch“ seine Pforten. Prägend für das Theater sollte jedoch der Schriftsteller Anton Tschechow werden. Seine „Möwe“ wurde der erste große Erfolg der Truppe.


Der Realismus von Tschechows Stücken, in denen nie die Handlung sondern die Charaktere und ihr psychologisches Zusammenspiel im Vordergrund stehen, passte hervorragend zu der Performance des avangardistischen Theaters.
Der experimentalistische Theaterregisseur Wsewolod Meierhold arbeitete in seinen jungen Jahren als Schauspieler am MchAT und wurde stark von dessen Geist geprägt.