Dienstag, 26.02.2008

Moskau – mit zwölf Millionen Menschen größte Stadt Europas

Moskau ist die grösste Stadt Europas. Bei der Volkszählung im November 2002 wurden offiziell zehn Millionen Einwohner gezählt. Mit illegalen „Hauptstadtgästen“ dürfte die Zahl weit darüber liegen.
Inoffiziell sind es wohl bis zu zwölf Millionen, hat die Stadt doch eine enorme Anziehungskraft sowohl auf Russen als auch auf Ausländer. Vor allem aus dem Kaukasus und den zentralasiatischen Staaten kommen viele Menschen auf der Suche nach ihem Glück nach Moskau:
Die Verdienstmöglichkeiten sind meist besser als in der Heimat. Da sich die vielen Gelegenheitsarbeiter ohne Wohnerlaubnis und Registrierung illegal in der russischen Hauptstadt aufhalten, tauchen sie auch in keiner Statistik auf.

Rasantes Wachstum besonders in der Sowjetzeit


Moskau machte in den letzten beiden Jahrhunderten eine rasante Entwicklung durch. Noch 1812 lebten nur 250.000 Menschen in der Stadt. 1882 waren es 750.000, im Jahr der Revolution 1917 bereits zwei Millionen.
Zehn Jahre lang blieb die Einwohnerzahl relativ konstant, von 1926 bis 1939 aber verdoppelte sie sich. Trotz der Einführung restriktiver Zuzugsbedingungen hatte sie 1959 schon vier Millionen erreicht.
Während andere sowjetische Städte damals um bis zu 44 Prozent wuchsen, konnte Moskau sein Wachstum bis 1971 auf 20 Prozent drosseln. Dass die Einwohnerzahl wächst, liegt nicht an dem reichen Kindersegen der Moskauer – laut Statistik hat die Mehrheit der Familien hat nur ein Kind, zwei oder mehr sind die Ausnahme.

Etwa 130 Nationalitäten leben in Moskau


In Moskau leben Angehörige von rund 130 Nationalitäten. Auch wenn sich einige Moskauer über die vielen „Schwarzen“, die Kaukasier, aufregen, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist trotz Zuzug relativ gering.
Der Durchschnittsverdienst liegt in Moskau bei rund 600 Euro im Monat. Der Durchschnittswert gibt die Realität aber verzerrt wieder: Es gibt wenige die wesentlich mehr bekommen und viele die sehr viel weniger Geld zum Leben haben. Bei Rentnern liegt das Durchschnittseinkommen zum Beispiel bei nur 100 Euro im Monat.
Mittlerweile verdienen aber 20 Prozent der Bevölkerung über 900 Euro im Monat. Etwa 50 Prozent definieren sich bei Umfragen selbst als neue Mittelschicht. Diese neu entstehende Mittelklasse oder -schicht kann sich ein Auto, Eigentumswohnung, Restaurantbesuche, gute Ausbildung für die Kinder und auch Urlaub im Ausland leisten – oder dies mit Aussicht auf Erfolg planen.
Für die Oberschicht hingegen spielt Geld keine Rolle. Ob legal oder illegal erworben: Für die Angehörigen gehören Sportwagen und Shopping-Wochenenden im Ausland einfach dazu.