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Das Weiße auf dem Boden ist Flaum von Pappel-Bäumen. Im Frühjahr und Sommer ist die Luft im Zentrum voll davon. (Foto: Archiv)
Das Weiße auf dem Boden ist Flaum von Pappel-Bäumen. Im Frühjahr und Sommer ist die Luft im Zentrum voll davon. (Foto: Archiv)

Alle Jahre wieder – Pappelflaum quält die Moskauer

Moskau. Jedes Jahr im Juni fallen dicke Flocken leise auf die Erde und hüllen ganz Moskau in einen weißen Teppich: Pappelflaum. Für die Moskauer ist dieser sommerliche Schnee eine wiederkehrende Plage.

Abertausende Samen erheben sich flaumumwickelt in die Luft, fegen durch die Straßen, verfangen sich in Kleidung und Haar und bringen Kontaktlinsenträger an den Rand der Verzweiflung. Aus dem Pappelflaum bilden sich leichte Wolken, die sich ziemlich schnell verbreiten.

Leicht entflammbar


Überall, wo Pappeln wachsen, haben Anfang Juni weder Hausmeister noch Feuerwehrleute ihre Ruhe. Die Pollen sind aufgund ihrer leichten Entflammbarkeit bei den Feuerwehrleuten gefürchtet.
Nach den Angaben der Zeitung „Petrowka 38“ verursachen die Pollen wöchentlich zehn bis 30 Autobrände in Moskau. Der Flaum häuft sich in allen Spalten an und entzündet genau so schnell wie Schießpulver allein durch einen Zigarettenfunken. Nicht ganz unschuldig an der traurigen Statistik sind Schulkinder, die während der Ferien nichts besseres zu tun haben, als den Flaum zu verbrennen.

Woher kommt der Pappelflaum?


Biologen wissen, dass nur die weiblichen Pappel-Setzlinge die dicken Wattewolken ausstoßen. Sie bilden nämlich den Pollen, der mit dem Flaum weitergetragen wird.

Entgegen einem weit verbreiteten Glauben ruft der Pappelflaum selbst keine allergischen Reaktionen hervor - er befördert vielmehr auch Blütenstaub von Gräsern, die gleichzeitig blühen. Für viele Moskauer heißt die Erscheinung dennoch „Pappelpollenallergie“.
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„Die Reaktion auf den Pollen kann unterschiedlich sein“, kommentiert eine Fachärztin der Poliklinik Nr.27 im Süden Moskaus.

„Der Mensch hustet, niest, hat Schnupfen, fühlt sich nicht wohl. Gegen Allergien helfen viele Arzneimittel, die in jeder Apotheke zu haben sind. Es ist immer empfehlenswert, ein Hilfsmittel parat zu haben. Bevor Sie aber irgendeine Medizin schlucken, konsultieren Sie bitte Ihren Facharzt.“

Schwarze Liste der bösen Taten


Aber nicht nur der Flaum ist gefährlich. Die Liste ist lang: Pappeln haben ein weiches Holz und altern schnell, sind also recht sturmanfällig und daher gefährlich.
So wurden während des Sturms im Jahr 2001 in Moskau über 14.000 Bäume beschädigt und der größte Teil davon waren Pappeln. Bekannt sind sie zudem für ihre Eigenschaft, bei schneller eigener Verbreitung andere Pflanzenarten zu verdrängen.

Stalin oder Chrustschow?


Angesichts der vielen Probleme stellen sich die nach Alexander Herzen und Nikolaj Tschernyschewski traditionell russischen Fragen: „Wer ist schuld“ und „Was tun“? Am weitesten verbreitet ist die Version, wonach Stalin die Schuld trägt.
Um die Hauptstadt im sozialistischen Eiltempo zu begrünen, ließ er überall die schnellwüchsigen Pappeln anpflanzen, sozusagen die Stachanow-Arbeiter unter den Bäumen.
Tatsächlich aber wurden die meisten Bäume in den sechziger Jahren gepflanzt, als Nikita Chruschtschow am Stadtrand Plattenbausiedlungen errichten ließ. Verständlicherweise pflanzten die Menschen dort sogleich Bäume, wobei die Pappeln als schnellwachsende und bis in die oberen Stockwerke schattenspendende Gewächse besonders beliebt waren.

Pappeln als grüne Lunge der Stadt


Zu Sowjetzeiten gelang es der Stadtverwaltung durch rechtzeitige Beschneidung der Bäume noch recht gut, die Flaumplage unter Kontrolle zu halten. Heute allerdings kann sich Moskau solche Vorkehrungen kaum noch leisten, da es zu teuer ist. Zwar wäre es möglich, die Bäume ganz abzusägen, aber andererseits wäre es dann doch zu schade um die Pappeln. Denn es sei zu ihrer Verteidigung angemerkt:
Sie sind hervorragende Schadstofffilter, absorbieren Kohlendioxid und produzieren wesentlich mehr Sauerstoff als andere Stadtbäume.
Zudem ist die Pappel billig anzupflanzen, wenig krankheitsanfällig und durchaus dekorativ.


(kam/.rufo)

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Es gibt erstaunlich viel Grün in der Stadt. (Foto: Archiv/.rufo)
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