Dienstag, 26.02.2008

Drei Viertel des Finanz-Potenzials

Moskau spielt eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft Russlands. Der Anteil der Stadt am Bruttoinlandsprodukt des Landes betrug mit damals rund 270 Milliarden fast 30 Prozent. Ein Rückblick auf das Jahr 2005.
Etwa ein Viertel der Industrieproduktion Moskaus entfallen auf den Maschinenbau. Seine Hauptzweige sind Werkzeugmaschinen- und Werkzeugbau, Elektroindustrie, Lagerfertigung, Kraftfahrzeugindustrie und Gerätebau.

Ausländische Investitionen fließen vor allem nach Moskau


Weitere wichtige Industriezweige sind das Hüttenwesen, die Leicht-, Kraftfahrzeug-, Baustoff-, Chemieindustrie und Petrochemie. Die Stadt ist ein wichtiges Zentrum der Rüstungsindustrie.
In Moskau sind etwa 80 Prozent des Finanzpotenzials des Landes konzentriert. Zwei Drittel des Gesamtumfangs ausländischer Investitionen in die Wirtschaft Russlands geht in die Hauptstadt. Moskau ist damit das größte Betätigungsfeld ausländischer Investoren. In der Stadt befinden sich etwa 18.500 Betriebe unterschiedlicher Eigentumsformen, Gaststätten und Dienstleistungsbetriebe, 9.000 Kleinhandelsobjekte und rund 150 Märkte in denen ungefähr eine Million Personen beschäftigt sind.

Krise nach der Perestrojka


In Moskau gibt es 1.184 Banken, mehr als 60 Versicherungsgesellschaften und einige Dutzend Börsen. Ein Viertel aller Staatshaushaltseinnahmen steuert Moskau bei.

Die Wirtschaftsreform nach der Perestrojka stürzte die Stadt wie das ganze Land in die Krise. Die Moskauer Industrieproduktion sank um 30 Prozent. Die Folgen sind aber dank der Entwicklung kleiner und mittelstaendischer Industrie-, Bau-, Handels-, und Dienstleistungsbetriebe weniger zu spüren als in anderen Regionen des Landes.

Die Arbeitslosigkeit in Moskau ist mit zwei Prozent sehr gering. Arbeitslos sind eher die armen und ungebildeten Bevölkerungsschichten. Bei qualifizierten Kräften gibt es keine messbare Arbeitslosigkeit.
Der Mindestlohn beträgt derzeit (erstes Quartal 2005) 600 Rubel (rund 16 Euro). Der offizielle durchschnittliche Monatsbruttolohn beträgt in der Russischen Förderation 5.738 Rubel (rund 155 Euro) und in Moskau 9.613 Rubel (260 Euro). Regional und branchenbezogen herrschen erhebliche Unterschiede im Lohn- und Gehaltsniveau.

Lebensstandard steigt


In der Region rund um Moskau verbesserte sich der Lebendsstandard innerhalb der vergangenen sechs Jahre erheblich. Moskau hat sich in den letzten 20 Jahren von einer der billigsten zu einer der teuersten Städte der Welt entwickelt. Nach dem Wert des Verbraucherkorbes, der 155 Hauptwaren umfasst, nimmt es den ersten Platz in Europa ein und steht lediglich den japanischen Städten Tokio und Osaka nach.
Fünf bis zehn Prozent der Moskauer Bevölkerung gehören der wohlhabenden oder reichen Schicht an. Das heißt etwa eine Million Menschen verfügt über erhebliche Kaufkraft.
Etwa 40 Prozent der Bevölkerung oder etwa vier Millionen Menschen schätzen sich selbst als neue Mittelschicht ein.