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Geht es hier in die geheime Metro ? (Foto: metro.molot.ru)
Geht es hier in die geheime Metro ? (Foto: metro.molot.ru)

Metro-2: Geheimnisse unter der Erde

Die Moskauer Metro ist nicht nur prunkvoll, sie birgt auch viele Geheimnisse. Seit der Perestroika schießen Spekulationen über eine „Metro-2“ins Kraut, die aus Bunkeranlagen und geheimen Strecken bestehen soll.

In der Sowjetunion fiel es der Staatsmacht leicht, die Bürger über Dinge im Unklaren zu lassen. Durch die Kontrolle der Medien wurden gesteuert, was die Öffentlichkeit erfahren sollte und was nicht. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte sich dies. Selbst Nachrichten mit höchster Geheimhaltungsstufe wurden publiziert, wenn auch nicht immer freiwillig.

Spekulationen Tür und Tor geöffnet

Die neue Medienfreiheit gab aber auch Spekulationen über die unwahrscheinlichsten Dinge Raum. So druckte zum Beispiel das Boulevardmagazin „Ogonjok“ 1992 einen Bericht über ein geheimes Tunnelsystem unter der Hauptstadt. Von der Zeitschrift wurde das unterirdische Labyrinth auf den Namen „Metro-2“ getauft.

Ein Jahr später veröffentlichte Wladimir Golik sein Buch „Die Hölle“. Der Armeearzt und Katakombenforscher will 20 Jahre lang den Moskauer Untergrund illegal erforscht haben. Sein Science-Fiction-Roman basiert teilweise auf realen Begebenheiten.

Liegt unter der Lomonossow-Universittät eine Bunkerstadt für 100.000 Menschen - mit Metro-Anschluss ? (Foto: Metro.ru)
Liegt unter der Lomonossow-Universittät eine Bunkerstadt für 100.000 Menschen - mit Metro-Anschluss ? (Foto: Metro.ru)
Über Brunnen in die Tunnel

Darin behauptet er, dass man innerhalb des Gartenrings aus jedem Haus über ein Tunnelnetzwerk in jedes beliebige andere gelangen könnte. Von ihm erwähnt wird auch ein geheimer U-Bahntunnel. Eine Einstiegsmöglichkeit wäre die Springbrunnen am Teatralnaja-Platz vor dem Bolschoi-Theater. In Wirklichkeit sei dies ein Lüftungsschacht.

Digger wollen ihre Existenz beweisen

Diese und andere Behauptungen lockten Scharen von Neugierigen unter die Erde. Sie bezeichnen sich selbst als „Digger“. Sie zieht es in die Keller der stalinistischen Zuckerbäcker-Hochhäuser, Lüftungsschächte der Metro und alle anderen Orte, die unter der Erde, dunkel und geheimnisvoll sind. Ein beliebter Weg die unbekannten Seiten der Moskauer Metro zu erkunden sind die Zeiten, in denen der Betrieb der U-Bahn ruht. Nach 1.00 Uhr verstecken sie sich in den Stationen und laufen dann heimlich die Tunnel zu Fuß ab.

Einer der Digger, Jurij Sajzew, beschreibt seine Erfahrungen im russischen Internet auf der Seite des Journalisten und Metro-Fans Artemij Lebedew. So behauptet der Katakombenexperte, dass es bereits vor 1935, dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Metro, geheime Pläne zum Bau einer weiteren U-Bahnlinie gegeben habe.

Tunnel als Schutz vor Atombomben

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Bedrohung durch einen Atombombenangriff real geworden war, sei dann die „Metro-2“ zu einem System ausgebaut worden, dass Schutz vor einem nuklearen Angriff böte. Eigentlich seien die Strecken auch keine richtige U-Bahnlinie, sondern ein Autotunnel mit einer in die Fahrbahn eingelassenen Gleisspur. Sie würde auch nur in eine Richtung führen: Bei einem atomaren Angriff wäre es nur wichtig, aus der Stadt heraus zu kommen.

Geheim ist geheim

Was Projekte wie die „Metro-2“ betrifft, so liegen ihre Besonderheiten im Geheimen. Und eben diese Geheimnisse machen es auch schwierig, verifizierbare Informationen über die Metro zu erhalten. Alle Quellen sind mit Vorsicht zu genießen. Von einigen Personen werden Bunker und geheime Metrolinien bestätigt, andere widersprechen dem. Als relativ sicher kann aber gelten, dass es ein Netzwerk von mehr oder weniger vielen Bunkern in Moskau gibt.

„Es gibt Tunnelverbindungen zwischen den unterirdischen Bunkern der Regierung und der Militärs. Diese Verbindungen verlaufen über oder aber auch unter den gewöhnlichen U-Bahntunneln“, so der Ingenieur Hanan Abramson in einem Interview mit der „Komsomolskaja Prawda“ 1998.

Ego-Shooter über geheime Metro

Ob wahr oder nicht, die Faszination Metro hat sich auf die Computerwelt übertragen: Im Oktober 2005 erscheint das Spiel „The Stalin Subway“, in dem man in der Ich-Perspektive die Bunkerstadt Ramenki oder die Baustelle der Lomonossow-Universität aufsuchen kann – mit jeder Menge Blut und Gewalt, versteht sich.

(ali/jb/.rufo)


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