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Die Metrostation Majakowskaja wurde im Weltkrieg als Lazarett genutzt (Foto: Metro.molot.ru)
Die Metrostation Majakowskaja wurde im Weltkrieg als Lazarett genutzt (Foto: Metro.molot.ru)

Die Metro im Zweiten Weltkrieg

Der in den Jahren 1931-1935 begonnene Bau der Moskauer Metro wurde zu Kriegszeiten vorläufig eingestellt. Dennoch war die Metro für die Moskauer da: als Kommandozentrale, Luftschutzbunker und Lazarett.

Als am 22. Juni 1941 Hitler die Sowjetunion angriff, legte die Regierung sämtliche Baupläne erst einmal beiseite. Von den ersten Kriegstagen an gingen 30% der Metroarbeiter zur Armee, viele von ihnen freiwillig. Jeder Rubel wurde für die Verteidigung der Sowjetunion gebraucht.

Stalin blieb gegen den Rat seiner Generäle, Moskau wegen der drohenden Bombengefahr zu verlassen, in der Hauptstadt. Die Metro aber erlangte zu Kriegszeiten eine neue Bedeutung für die Moskauer.

Der Generalstab tagte an der „Kirowskaja“

An einigen Stationen wurden direkt zu Kriegsbeginn strategische Stützpunkte eingerichtet. So befand sich in der Station „Kirowskaja“ (heute: „Krasnye Worota“) beispielsweise der Sitz des Generalstabs der Roten Armee. Die Züge hielten in dieser Station nicht mehr; eine schnell gemauerte Wand trennte den Innenraum von den Gleisen ab. Die Station „Majakowskaja“ dagegen war als Lazarett eingerichtet worden.

Die Metro als sicherer Luftschutzbunker

Am 22. Juli 1941 begann die deutsche Luftwaffe mit der Bombardierung der russischen Hauptstadt. Während der Luftangriffe wurden die Metrostationen für die Bevölkerung zu überlebenswichtigen Bunkern.

Unter Tage wurden vor allem Frauen, Kinder und Alte notdürftig mit dem Nötigsten versorgt. In den Stationen wurden Betten aufgebaut und Trinkwasservorräte angelegt. Selbst auf den Gleisen, die mit Holzplatten abgedeckt wurden, fanden die Moskauer eine Schlafstätte. In den Metrowaggons, die in den Stationen standen, wurden medizinische Hilfspunkte eingerichtet.

Ab sechs Uhr abends ging das Leben unter Tage weiter

Die Bedrohung aus der Luft wurde bald zur täglichen Routine. Ohne die Bombenwarnungen abzuwarten, wurde die Metro Tag für Tag ab sechs Uhr abends geschlossen. Die Moskauer gewöhnten sich schnell an den neuen Fahrplan und standen zu dieser Zeit schon mit gepackten Köfferchen in der Schlange der Wartenden am Eingang der Stationen. Weiterhin galt die Metro als sicherster Ort bei Luftangriffen. Unter Tage bekamen die Moskauer Lebensmittel und ärztliche Hilfe; selbst einige kleine Bibliotheken wurden eingerichtet.

150 Kinder während des Krieges in der Metro geboren

An einigen Stationen wurde abends sogar Milch verkauft und Brot für die Kinder ausgeteilt. Während der Bombenangriffe erblickten insgesamt 150 Moskauer erst einen Metroschacht und später, nach dem Angriff, das Licht der Welt. Zu Zeiten der schweren Bombenangriffe auf Moskau fanden insgesamt bis zu 15 Millionen Menschen in der Metro einen sicheren Schutz vor feindlichen Angriffen.

Das enorme Bauvorhaben wird fortgesetzt

Als die reale Gefahr der Einnahme Moskaus vorüber war, wurden die Bauarbeiten an der Metro umgehend fortgesetzt. Mit dem Motto „Das ganze Land baut die Metro“ wurde der Aufbruch in eine goldene Zukunft versprochen.

Am 1. Januar 1943 konnte bereits die „dunkelgrüne“ Linie „Ploschad Swerdlowa“ (heute: „Teatralnaja“) – „Sawod Imeni Stalina“ (heute: „Awtosawodskaja“) fertiggestellt werden. Sie wurde dazu um die Stationen „Nowoskusnezkaja“ und „Pawelezkaja“ erweitert.

Am 18. Januar 1944 wurde schließlich die „dunkelblaue“ Linie „Kurskaja“ – „Ismailowskaja“ (heute: „Ismailowski Park“) in Betrieb genommen.

Spuren des Krieges in der Moskauer Metro

Die Mosaikbilder der Station “Nowokusnetzkaja” wurden zu Kriegszeiten angefertigt. Der russische Künstler Wladimir Frolow, der während der Belagerung in Leningrad lebte und arbeitete, galt damals als der beste Mosaikmeister des Landes. Trotz der widrigen Umstände nahm er den Auftrag für die Gestaltung der Metrostation an, seine Arbeiten wurden nach Moskau geschafft.

Selbst konnte Frolow sein Werk aber nicht mehr bewundern; er starb 1942 wie Hunderttausende andere Leningrader an den Folgen der Blockade.

Metro und Krieg bleiben aber auch im modernen Russland aktuell: Die Station „Park Pobedy“ wurde erst im Jahre 2003 fertiggestellt. Sie liegt 80 Meter unter der Erde. Ans Tageslicht führen die längsten Rolltreppen der Moskauer Metro. Oben angekommen kann man den Siegespark, die wichtigste offizielle Gedenkstätte Moskaus für den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg, bewundern.

(aj/.rufo)


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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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