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Die erste Metrostation - Park Kultury im Jahre der Eröffnung 1935 (Foto: Metro.da.ru)
Die erste Metrostation - Park Kultury im Jahre der Eröffnung 1935 (Foto: Metro.da.ru)

Vor-Geschichte der Metro von 1890 bis 1935

Die Geschichte der Moskauer Metro reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Schon damals wurde überlegt, wie das Verkehrsproblem der Stadt zu lösen sei. Erst in den 1930er Jahren wurde mit ihrem Bau begonnen.

Als 1890 erste elektrische Züge in der Londoner Untergrundbahn, der ältesten der Welt, eingesetzt wurden, machte man sich auch in der russischen Hauptstadt schon Gedanken über den Bau einer eigenen U-Bahn. Die Stadt zählte damals schon eine Million Einwohner. Das wichtigste Beförderungsmittel, die Pferdedroschken, schafften den Verkehr schon nicht mehr.

Als zu teuer abgelehnt

Nach einem Projekt der Ingenieure Balinski und Antonowitsch sollte die erste Linie der städtischen elektrischen Eisenbahn Moskau von Nord nach Süd durchqueren. Unterirdisch sollte sie nur in der Stadtmitte verlaufen: unter dem Roten Platz und anderen großen Plätzen.

Im September 1902 trat die Staatsduma zusammen und verwarf das Projekt wieder. Es ignoriere die Eigentumsinteressen vieler Moskauer Bürger, hieß es. Dabei hatten die Abgeordneten den unvermeidlichen Abriss privater Häuser im Visier. Auch die Kosten spielten eine Rolle.

Zehn Jahre später wurde das Projekt wieder hervorgeholt, überarbeitet und im Grundsatz gebilligt. Dann aber kam der erste Weltkrieg und die Metro wurde wieder verschoben. Moskau war indessen auf zwei Millionen Einwohner angewachsen.

Immer mehr Menschen

Als die Stadt 1918 Hauptstadt wurde, wurde Metro wieder aktuell. Die Bevölkerungszahl hatte sich in der Zwischenzeit trotz oder infolge von Revolutionen und Hungersnöten fast verdoppelt. Die neue Stadtverwaltung beauftragte die Moskauer Städtischen Eisenbahnen mit der Projektierung. Der Tunnelbau begann 1931 mit einer Versuchsstrecke am Sokolniki-Park.

Freiwillige sollen mithelfen

Insgesamt sollten beim Bau der ersten Strecke 2,3 Millionen Kubikmeter Erdreich und Gestein ausgehoben und 842 500 Kubikmeter Beton vergossen werden. Der Arbeitsumfang war unvorstellbar groß und der Termin für die Fertigstellung unrealistisch kurz. Um es trotzdem zu schaffen, wurde die Arbeit mit viel Propaganda und Geld vorangetrieben. Das Werk der „Freiwilligen“ und Stachanow-Arbeiter wurde in allen Massenmedien heroisiert. Für den Metrobau sind zu dieser Zeit 21 Prozent des gesamten laufenden Stadthaushalts verwendet worden.

Moskauer Metro - Das Beste vom Besten

Gut 500 Industriebetriebe waren am Bau der ersten Linie beteiligt. Das Beste vom Besten war für sie gerade gut genug: die besten Marmor- und Granitsorten für die Verkleidung der Bahnsteige, Antriebsmotoren, Pumpen und Lüfter, Gleise und Kabel von besonderer Qualität. Parallel zum Tunnelbau wurden Lokführer und Bediener in einer eigens dafür gegründeten Berufsschule ausgebildet.

Der Metrobau wurde zum „Komsomolobjekt“ erklärt. Die kommunistische Jugendorganisation holte Fachleute aus dem ganzen Land nach Moskau: erfahrene Betonierer, die Staudämme am Dnjepr errichtet hatten, und Bergarbeiter aus Kohlegruben am Don. Die Moskauer Metro sollte die beste und schönste U-Bahn der Welt werden.

Erster Zug am 15. Mai 1935

In der Nacht zum 6. Februar 1935 fuhr der erste Zug von Sokolniki bis zur Endstation Smolenskaja. Die Linie hatte 13 Stationen und war 11,2 Kilometer lang. Am 15. Mai fuhren die ersten Fahrgäste auf den Rolltreppen hinunter. Viele gingen nur hin, um die unterirdischen Paläste zu bestaunen. Die Moskauer Metro wurde ein sozialistisches Wunderwerk. Und sie war schneller als jedes andere Verkehrsmittel.

Der sowjetische Jazzer Leonid Utjossow sang das „Lied des alten Droschkenkutschers“, der sich bei seinem Pferd über neue, seltsame Zustände beklagt. Um es einzuspannen, fahre er jeden Tag von Sokolniki zum Gorki-Park mit der Metro. Die Metro wurde zum wichtigsten Verkehrsmittel Moskaus, Pferde sind nur noch als Touristenattraktionen zu sehen.

(adu/.rufo)


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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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