Die „Beste Metro der Welt“ sollte in Moskau entstehen. Nicht nur schön, auch sicher sollte sie sein. Ein halbes Jahr vor Fertigstellung inspizierten Kaganowitsch und Chruschtschow die Waggon-Fabrik.
Sie wollten sich persönlich von ihrer Sicherheit und Funktionalität überzeugen. Die beiden waren als Stadtekretäre der KPdSU in Moskau die mächtigsten Männer der Stadt.
Dabei war besonders interessant, wie die Türen arbeiteten. Kaganowitsch und Chruschtschow stiegen in einen Waggon und baten den Zugführer, die Türen zu schließen. Nachdem dies geschehen war, sollten sie per Hand von innen geöffnet werden. Die geschah jedoch nicht. Auf Bitten der beiden Festsitzenden wurden die Türen wieder vom Zugführer geöffnet.
Mit Kopf für die Sicherheit haften
Plötzlich schloss sich die Tür wieder, Hände und Füße von Kaganowitsch steckten noch in dem Spalt. Der eingebaute Schutzmechanismus funktionierte aber und die Türen öffneten sich automatisch wieder. Kaganowitsch, immer noch nicht ganz von der Arbeitsweise überzeugt, musste dies noch einige Male ausprobieren.
Da kam Chruschtschow zu ihm und fragte: „Was tun sie dort, Lasar Mojsejewitsch?“ Kaganowitschs lakonische Antwort: „Ich teste, Nikita Sergejewitsch.
Und was stehen Sie dort herum? Sie sollten es mal mit ihrem Kopf versuchen. Denn hinhalten müssen Sie ihn so oder so. Besser in die Tür als für Türen, die sich nicht öffnen.“
Da kommt mal wieder Freude auf: wer immer noch versucht, mit dem Auto zur Arbeit zu kommen, sollte die Thermoskanne und einen Stullenvorrat mitnehmen. ( Topfoto: zr/.rufo)