Mittwoch, 16.10.2002

Sergijew Possad - Russisch-Orthodoxer Vatikan

Weithin sichtbar sind die Goldenen Kuppeln des Dreifaltigkeits-Sergios-Klosters. Der schlanke Glockenturm trug lange eine der größten und schwersten Glocken Russlands (Foto: N. Jahn)
Zwiebeltürme, Zwiebeltürme, Zwiebeltürme: Das Dreifaltigkeits-Sergios-Kloster in Sergijew Possad ist eines der religiösen Zentren Russlands, ein wichtiger Wallfahrtsort und das Touristen-Ziel im Moskauer Umland.
Das Kloster wurde 1340 durch den Mönch Sergios von Radonesch gegründet und expandierte mit steigendem Wohlstand und Einfluss. Heute ist der Komplex mit einer 1,6 Kilometer langen weißen Wehrmauer umgeben, der das Kloster viel verdankt: Nach dem Tod Iwans des Schrecklichen hatten polnische Truppen Moskau eingenommen und belagerten danach ganze 16 Monate lang das Kloster in Sergijew Possad - ergebnislos.

Die Koordinaten:
Sergijew Possad kann bequem per Vorortzug erreicht werden. Züge vom Jaroslawler Bahnhof (Richtung Sergijew Possad oder weiter nach Alexandrow) verkehren mindestens stündlich. Die Fahrt dauert weniger als 1,5 Stunden. Weniger empfehlenswert aber ebenfalls möglich ist die Anfahrt im Fernbus. Busse starten regelmäßig von der Metrostation WDNCh. Vom Bahnhof und dem zentralen Busbahnhof ist es nur ein kleiner Fußweg bis zum Kloster.
Nach der Revolution von 1917 war die Stadt nach einem bolschewistischen Revolutionär in Sagorsk umbenannt worden. Mehrere Jahrzehnte lang residierte der russische Patriarch in Sagorsk, bis ihm 1988 das Moskauer Danilow-Kloster zurückgegeben wurde.

Das Klostergelände darf kostenlos besichtigt werden. An den Eingängen der Kirchen wird aber darauf geachtet, dass der Besucher die Kleiderordnung nicht verletzt (keine kurzen Hosen, keine unbedeckten Schultern, Kopftücher für Frauen).
Für Foto- und Video-Aufnahmen muss an der Kasse eine Genehmigung gekauft werden.