Dienstag, 28.05.2002

Nowodewitschij-Kloster: Russlands Prominenten-Friedhof

Der Naprudnaja Turm des Klosters heilt, man müsse nur die Hand anlegen, so die Legende (Foto: archiv)
Das 1524 eingerichtete Neu-Jungfrauenkloster (Nowodewitschij Monastyr) am Südwestrand der Moskauer Innenstadt ist mit seinen rot-weißen Mauern und den Kuppeln seiner Kirchen das wohl schönste Moskauer Kloster.
Informationen
Adresse:
Nowodewitschij pr-d 1,
Tel. 246-85-26, 246-22-01,
nächste Metro: Sportiwnaja
Für Besichtigungen geöffnet täglich außer Dienstags von 10 bis 17 Uhr.

Am Eingang zum Nowodewitschij-Friedhof befindet sich eine Kasse für Eintrittskarten, an der auch nützliche Pläne der Anlage verkauft werden.
Seinen Namen erhielt es von einem Marktplatz, auf dem im Mittelalter russische Mädchen an die Harems der Tataren verkauft worden sein sollen.

Der Neujungfrauen-Friedhof, direkt hinter der Klostermauer gelegen, gehört zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten, die Moskau zu bieten hat.

Als Prominentenfriedhof jahrelang für die Öffentlichkeit geschlossen, darf heute (gegen einen kleinen Oboblus) wieder an den Gräbern all derjenigen vorbeigeschlendert werden, die im vor- und nachrevolutionären Russland Rang und Namen hatten:

Hier liegen die Vorfahren alteingesessener Moskauer Familien, aber auch Sowjetprominenz von den Flugzeugkonstrukteuren Iljuschin und Tupolew und Stalins Außenminister Molotow bis hin zum genialen Schriftsteller Michail Bulgakow und dem Tenor Schaljapin.


Auch KP-Chef Chruschtschow liegt auf dem Friedhof begraben, für ihn freilich eine Degradierung, den Generalsekretäre wurden gewöhnlich hinter dem Lenin-Mausoleum an der Kreml-Mauer zur ewigen Ruhe gebettet.
Raissa Gorbatschowa ist hier begraben und auch Boris Jelzin findet hier seine letzte Ruhe.