Mittwoch, 09.06.2010

Erfahrungsbericht Moskau mit Kindern: Moskau macht Spaß

In Moskau immer oben auf und gut drauf - Max Koschek (Foto: Henze/.rufo)
Moskau/London. Mit kleinen Kindern Urlaub oder gar Leben in Moskau? Geht das überhaupt? Ist die Mega-Metropole Moskau nicht extrem kinderfeindlich? Nein, im Gegenteil! Wenn man weiss, wie es geht. Ein Erfahrungsbericht aus der Froschperspektive.
Ich bin jetzt noch nicht einmal zweieinhalb Jahre alt, war aber schon zweimal in Moskau! Ich bin Deutscher, wohne in London und habe eine Mutter, die Russland ihre zweite Heimat nennt. Das ist der Grund, warum ich auch Russisch verstehe und brabbele.

Kurz und gut, ich glaube, dass ich mich in Russland bald genauso wohl fühle wie Mama - meint Max V. Koschek – aufgezeichnet von Gaby Henze, London.

Als ich im letzten Jahr mit Mama zum ersten Mal hierher kam, war ich natürlich noch sehr klein, konnte gerade laufen und hielt mich mehr auf dem Landsitz von russischen Freunden auf, als in Moskau selbst. Aber auch damals hat mir schon so einiges gefallen.

Kinderessen in Russland - besser als im Westen


Die Auswahl von Kinderessen und –getränken ist viel größer als in Deutschland und England. „Aguscha“ (www.agusha.ru) heißt das russische Produkt, das Hipp wahrlich Konkurrenz machen kann. Es gibt so viele verschiedene Säfte und Gläschen, das man sich so richtig satt essen kann.

Sogar Kaninchenfleisch und Hammel wird uns Kindern in Russland angeboten. Ganz zu schweigen von den vielen Joghurts, Quarks und Milchprodukten, die „Aguscha“ auch noch auf dem Markt hat. Ganz umsonst hatte Mama soviel für mich aus London mitgebracht.

Der beste Platz ist auf dem Sofa - besonders auf diesem Diwan im usbekischen Restaurant (Foto: Henze/.rufo)

Kindersitze in Restaurants gibts auch schon


Mit mir in ein Restaurant zu gehen, das hat im letzten Jahr bei den meisten russischen Kellnern in Moskau nur Verwunderung ausgelöst. Einen Kindersitz gab es nirgends. In diesem Jahr war das schon ganz anders und das lag nicht nur daran, dass ich älter geworden war.

In der „Arche Noah“ (www.noevkovcheg.ru) brachte man mir, als sich Mama mit ihren Studentenfreunden traf, gleich einen TrippTrapp, der beste von den besten unter den Hochstühlen, aber ich saß natürlich lieber auf dem Sofa.

In dem usbekischen Restaurant „Chodscha Nasreddin in Chiwa“ (www.nasreddinhiva.ru) gab es am Wochenende sogar eine Spielecke für Kinder und ein Kindermädchen kümmerte sich um mich, während Mama Plow aß und das alles noch nicht einmal für einen Aufpreis auf der Rechnung.

Unser „Hausrestaurant“ gleich um die Ecke, wo wir wohnten, war das italienische Restaurant „Da Cicco“ (www.cicco.ru), unweit der Parteizentrale der Kremlpartei „Einiges Russland“. Man hätte meinen können, dass sie hier eher auf Politiker eingestellt waren, aber weit gefehlt! Auch hier hatte man Malzeug für mich und eine eigene Kinderspeisekarte. Die Bedienung begrüßte mich sogar schon auf der Straße!

Abenteuer unter der Erde - Metrofahren mit und ohne Buggy


Selbst in der Metro sieht man jetzt viel mehr Mamis mit Kindern, als noch im letzten Jahr. Sogar ganz kleine Babies fahren schon im Untergrund. Zugegeben, die Rolltreppen sind zum Stillstehen sehr lang und ich wurde leicht müde. Aber Mama hatte ja den Buggy mit. Egal, ob ich in der Karre saß oder an der Hand von Mama war, immer hat man uns sofort einen Sitzplatz angeboten in den Zügen. Auch über die Treppen in den Übergängen halfen uns meist ungefragt Leute.

Sicherlich hat die Metro auch deshalb so einen guten Eindruck auf mich gemacht, weil Mama mit mir niemals in den Hauptverkehrszeiten fuhr. Als wir einmal an einer Umsteigestation zur Ringlinie waren und sich schon eine Traube von Leuten vor der Rolltreppe gesammelt hatte, wurde mir schon etwas mulmig.

Trolleybusfahren ist Spitze!


Absolute Spitze (natürlich auch nur außerhalb der Hauptverkehrszeiten) sind Trolleybusfahrten! Man sieht viel mehr als in der Metro und der Bus fährt nicht so schnell wie die Autos. Ich habe dieses Verkehrsmittel für mich "Bus mit Hasenohren" getauft.

Zirkus, Tiertheater, Katzentheater, Puppentheater ...


Kindgerechte Vergnügungen gibt es in Moskau gleich eine ganze Handvoll. Schon im letzten Jahr war ich im Zirkus (www.circusnikulin.ru). Diesmal war ich im Tiertheater (www.ugolokdurova.ru). Die Kurzvorstellung von Mäusen, Hamstern und Kaninchen war sehr schön. Wenn da nur nicht die Moderatorin gewesen wäre, die als Katze verkleidet war.

Ich bekomme immer Panik, wenn ich verkleidete Menschen sehe, aber das liegt nun wahrlich nicht an Russland. Das Puppentheater (www.puppet.ru) hat Mama wohl darum mit mir diesmal nicht wieder besucht. ...

Noch viel mehr Tipps für "Moskau mit Kindern" in den nächsten Tagen an derselben Stelle ...