Freitag, 11.06.2010

Moskau mit Kindern: Moskau macht Spaß, die Fortsetzung

Max und seine Mama in Moskau - da gab es viel zu entdecken! (Foto: Henze/.rufo)
Moskau/London. Mit dem kleinen Max setzen wir unsere Kinderreise durch die russische Hauptstadt fort. Moskau kann durchaus gut zu Kindern sein, obwohl es auf den ersten Blick ganz anders aussieht. Folgen wir also Max…
Ich bin jetzt noch nicht einmal zweieinhalb Jahre alt, war aber schon zweimal in Moskau! Ich bin Deutscher, wohne in London und habe eine Mutter, die Russland ihre zweite Heimat nennt. Kommt doch einfach mit, ich zeige euch noch ein paar wunderbare Plätze.

In war hellauf begeistert von einem Nachmittagskonzert für Kinder Streichorchester „Kremlin“ im Museum für moderne Kunst auf dem Gogol-Boulevard.

Die Musiker spielten leichtverständliche klassische Musik, und wir Kinder durften dem Dirigenten beim Dirigieren helfen und verstanden schnell, dass die Musiker nur Musik machen, wenn der Taktstock in Bewegung ist. Nach dem Konzert konnten wir noch Collagen basteln. Das war eine sehr gelungene Veranstaltung.

Ein Streifzug durch die Museen


Großes Interesse hatte ich auch an den Museen. Mama zeigte mir das Kosmos-Museum (www.kosmos.ru). Das waren alle Modelle von Raumschiffen zu bewundern. Ich konnte mich in der nachgebauten Mir-Station wie ein richtiger Kosmonaut fühlen.

Im Museum der Streitkräfte (www.cmaf.ru) machte ich Bekanntschaft mit einem russischen Veteranen, der mir seine vielen Orden zeigte. Im Hof sind viele Militärflugzeuge und –hubschrauber zu sehen.

Hin und weg war ich vom Freilichtmuseum für Lokomotiven und Eisenbahnwaggons am Rigaer Bahnhof (www.modellmix.su/modelists/gallery/museums/rizhsky.htm) (http://www.modellmix.su/modelists/gallery/museums/rizhsky.htm). Ich konnte mich gar nicht mehr fangen, so viele Dampf- und Dieselloks waren da zu sehen.

Tolle Erlebnisse im Familienpensionat


Als besonderen Höhepunkt „entführte“ mich Mama dann am Ende unseres dreiwöchigen Aufenthaltes in das Familienpensionat „Bor“ (www.ok-bor.ru), eine Einrichtung des Präsidentenapparates am Stadtrand von Moskau. Dass hier auch schon Helmut Kohl mit Boris Jelzin war, interessierte mich wenig.

Im Spielzimmer im Familienpensionat gab es so-o-o-o viele Spielsachen... (Foto: Henze/.rufo)
Begeistert war ich allerdings von den vielen Spielplätzen auf dem weiträumigen Tannenwaldgelände. Man konnte sich vom Dreirad über Roller und Fahrräder bis hin zu Gocars alles ausleihen.

Und als es einen Tag regnete, wusste ich in dem riesigen Kinderspielzimmer gar nicht, womit ich anfangen sollte zu spielen, soviel gab es da, was ich selbst in Deutschland und England zusammen noch nicht gesehen hatte.

Alles war sehr sauber, wir mussten ja auch unsere Hausschuhe anziehen und durften nicht mit den Straßenschuhen in das Kinderzimmer. Die Kindergärtnerin hatte immer wieder neue Ideen, was wir spielen konnten. Da wurde es mir nicht langweilig, als Mami sich im Spa erholte.

Strenge, aber freundliche Omas auf dem Spielplatz


Aber selbst auf dem etwas in die Jahre gekommenen Kinderspielplatz direkt vor dem Wohnblock, wo wir in der Stadt nicht weit ab vom Propekt Mira wohnten, konnte ich mich wohl fühlen. Alle Kinder teilten ihre Spielsachen, die sie mitgebracht hatten, mit jedem. Da ich wenig Spielzeug von zu Hause mitgebracht hatte, war ich sehr gut dran.

Meine russischen Altersgenossen schienen auch besser erzogen zu sein, als manch Kleinkind in Deutschland und England. Die meisten waren mit ihren Omas auf dem Spielplatz, und wenn die Omas etwas sagten, hörte auch ich zu und hielt mich an die Worte. Sie waren streng, aber auch freundlich.

Selbst die Kinder aus dem gegenübergelegenen Diplomaten- und Ausländer-Wohnblock schienen lieber auf den gemeinsamen Spielplatz zu kommen, als auf ihren modernen finnischen Turngeräten mehr oder weniger alleine rumzuturnen.

Am schönsten war´s beim Schwimmen


Und wenn ich den Spielplatz am Haus über hatte, gab es da noch den nahen kleinen Botanischen Garten (www.hortus.ru) und den etwas weiter entfernten Jekaterinenpark (www.osd.ru) mit vielen Kinderattraktionen.

Doch am allerbesten hat es mir beim Kinderschwimmen im Olympia-Schwimmbad gefallen. Die Trainerin planschte erst mit uns im Kinderbecken, und dann durften wir im großen Becken versuchen, uns über Wasser zu halten.

Ich weiß natürlich nicht, ob hier jeder so leicht reinkommt, wie ich mit meiner Mama, die eine Freundin hat, die hier alle im Stadion kennt. Übrigens, die russische Sandmännchen-Serie „Gute Nacht, Kinder“ schaue ich nun, zurück in London, online auf Mamas Computer.

(Gaby Henze, London)