Sonntag, 06.10.2002

Moskauer Zoo – mit und ohne Kinder sehenswert

Der Kamtschatka-Braunbär - Wahrzeichen Russlands (Foto: Kuhlmann/.rufo)
Moskau. Wer mitten in Moskau eine Oase sucht, ist im Moskauer Zoo genau richtig. Bereits vor 145 Jahren gegründet, beherbergt er heute über 8.000 Tiere. Für die Kleinsten (der Tiere und der Menschen) gibt es einen Kinderzoo.
Langsam bewegt sich der riesige Körper mit dem kuschelig aussehenden Fell. Der Kamtschatka-Braunbär richtet sich zum Sitzen auf und blickt den großen sowie kleinen Zoobesuchern entgegen. Gäbe es nicht das Schild mit dem Hinweis „Das Tier ist gefährlich!“, glaubte man, in die Augen eines übergroßen Teddybären zu schauen.

Beheimatet ist der Kamtschatka-Braunbär eigentlich auf der Vulkan- und Geysir-Halbinsel im Fernen Osten Russlands, kurz vor Alaska. Der Kamtschatka-Bär, der braun, grau oder auch fast schwarz sein kann, wiegt bis zu sechshundert Kilogramm und ragt bis zu zweieinhalb Meter in die Höhe.

Er ist noch etwas grösser, als sein nordamerikanischer Verwandter, der Grizzly-Bär – und ernährt sich meist von Waldbeeren und frischen Lachsen. Außer in der Paarungszeit im Sommer ist dieses mächtige Tier ein Einzelgänger.

Moskaus „Knut“ klärt über Klimaveränderungen auf


Einen „Knut“ beherbergt der Moskauer Zoo ebenfalls. Der weißpelzige Bär sitzt neben seinem echten Eisberg, aufgehäuft von einer ununterbrochen laufenden riesigen Eis-Maschine. Ein Schaubild erläutert, was die Klimaveränderung für die Tiere der Antarktis bedeutet, und wie jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen kann.

Die kleinsten Besucher fühlen sich im Kinderzoo wohl


Wer den Tierpark mit kleinen Kindern besucht, sollte den Seiteneingang wählen (Sadowaja Kudrinskaja Uliza), der direkt in den Kinderzoo führt. Hier können Eltern ihre Kleinen auch mit der Tierwelt aus russischen Märchen vertraut machen.

Im Vorgarten eines Holzhauses laufen Ziegen und Hühner. Der zweijährige Oleg läuft aufgeregt auf und ab. „Wie bei der Babuschka“, freut er sich, und scheint an die Datscha seiner Oma zu denken.

Tiere aus der ganzen Welt vor Moskauer Kulisse


Tiere anderer Kontinente sind sowohl auf offenen Flächen, als auch in einzelnen Pavillons anzutreffen. Giraffen und Zebras aus Afrika, Känguruhs Australiens und der weiße Tiger Sibiriens leben genauso im Zentrum Moskaus wie Pinguine, Krokodile, Seelöwen, Fischotter, Löwen, Nashörner, Kakadus, Gorillas, Schimpansen, Makaken, Paviane und Orang Utans.

Bolschaja Grusinskaja Uliza 1

Metro Krasnopresnenskaja / Barrikadnaja
Geöffnet: täglich außer Montag 10-20 Uhr
Eintritt: 150 Rubel Erwachsene

(Kostenlos für Kinder unter 18 Jahren, Studenten, Eltern mit 3 oder mehr Kindern, Pensionäre und Behinderte)
Als Kulisse überragt den Affenfelsen und alle Volieren eines der Stalin-Hochhäuser. Eine Strasse zerteilt den Tierpark in den „alten“ und den „neuen“ Zoo. In beiden Teilen gibt es grosse Teiche mit tausenden von teils freifliegenden Wasservögeln.

Seltene Einblicke in das nächtliche Treiben der Fledermäuse, Wüstenspringmäuse, Koboldmakis und Loris bietet das Nachtierhaus, in dem der Tag zur Nacht wird.

Sonderausstellungen wie etwa das Terrarium kosten zusätzlich Eintritt.

Im Verband mit anderen Tierparks für die Zukunft


Der Moskauer Zoo ist nicht nur der älteste Russlands, sondern heute ein in die Zukunft gerichtetes Unternehmen, beteuert die Direktion. Zusammen mit anderen ausländischen Tierparks sorgt er sich um die Erhaltung bedrohter Arten. Er ist unter anderem Mitglied der EAZA (European Assosiation of Zoos and Aquaria).

Um den Moskauer Zoo stressfrei zu genießen, sollte man diesen am besten an einem Wochentag besuchen.

Zu sehen ist genug für einen halben bis einen Tag.

Stephanie Kuhlmann, Moskau.