Mittwoch, 09.10.2002

WDNCh - Sozialismus-Kitsch und Import-Ramsch

Brunnen der Völkerfreundschaft - Symbol des WDNCh Foto: rufo
Die "Ausstellung der Volkswirtschaftlichen Errungenschaften der UdSSR (WDNCh)" war einmal ein sozialistisches Vorzeigeobjekt. Hier wurde dem Besucher die Leistungsstärke der sowjetischen Planwirtschaft vorgeführt.
Auf dem zwei Kilometer langen Gelände wurden ab den 50er Jahren etwa 100 teils grandiose Pavillons errichtet, jeder einer bestimmten Branche oder Region gewidmet.

Heute sind die einstigen Ausstellungsstücke längst in der Versenkung verschwunden, in den Pavillons werden koreanische Videorekorder und spanische Küchen verkauft. Besonders ärgerlich ist der Verlust der Weltraumausstellung. In dem riesigen Hangar, in dem einst Sputniks und Raumanzüge standen, werden heute Import-Karossen verkauft.

Die Koordinaten
Prospekt Mira
Metro: WDNCh

Symbol für den Umbruch


Das Ausstellungsgelände, heute von WDNCh in WWZ (Allrussisches Ausstellungsgelände) umbenannt, ist dennoch ein Muss für jeden Moskau-Reisenden. Kaum an einem anderen Ort ist der gewaltige Umbruch im Land so gut nachzuvollziehen.

Und auch die Springbrunnen der Anlage sind allein einen Besuch wert. Für Fotos von Moskau aus der Vogelperspektive eignet sich seit einigen Jahren auch das größte Riesenrad Europas, dass auf dem Gelände aufgebaut wurde. Ganz in der Nähe des WWZ stehen zwei Meisterwerke der sozialistischen Denkmalsbauer: Der startende Sputnik und "Arbeiter und Kolchosbäuerin" von Vera Muchina. (kp/.rufo/Moskau)