Dienstag, 29.10.2002

Bulgakow-Haus: Realität und Spuk im Gleichschritt

Eine Statue des Autors im Museum (Fotos: Kurizina/.rufo)
Er gilt als der genialste Schriftsteller der Sowjetunion: Michail Bulgakow (1891 – 1940). Sein Wohnhaus ist inzwischen ein Museum und lockt die Besucher mit tatsächlichen und erdachten Geschichten.
Das mysteriöse Ambiente des Hauses in der Bolschaja Sadowaja Straße direkt im Zentrum Moskaus lockt heute viele Besucher an. In den 20er Jahren war hier laut dem berühmten Roman „Meister und Margarita” das Hauptquartier des Satans Woland und seiner Begleitung.

Das Haus Nr. 10 kann man kaum verfehlen: erbaut um 1900, ist es ein schönes Beispiel der russischen Moderne. Als Woland während seines Moskau-Besuchs hier Unterkunft gefunden haben muss, wohnt auch Michail Bulgakow selbst in dem Haus - aber schon im realen Leben. Beide Dimensionen hat das Bulgakow-Museum in sich vereint.

Geöffnet bis zur Geisterstunde


Entsprechend seinen Schwerpunkten ist das Museum erst ab 13 Uhr und bis Mitternacht geöffnet. Im Sommer verlängern sich die Öffnungszeiten bis drei Uhr morgens. Das Kulturangebot erstreckt sich von Ausstellungen bis hin zu den verschiedensten Stadtrundgängen.

Jede Woche finden hier Musik- und Literaturabende statt. Tatsachen und Mystik aus der Geschichte des Hauses Nr.10 werden von den Mitarbeitern dabei gleichermaßen respektvoll behandelt.

Die Koordinaten
Ul. Bolschaja Sadowaja 10
Metro: Majakowskaja
Geöffnet: täglich
13 bis 23 Uhr
An Wochenenden teilweise länger.
Eintritt frei.

Begemot ist da geblieben


Auch nach vielen Jahrzehnten hause in diesen Wänden verschiedener Spuk, behauptet der Exkursionsführer Igor Koslow. Vielleicht darum übergieße ein Nachbar aus einer Wohnung darüber die Museumsfenster regelmäßig mit Weihwasser, sagt Koslow. Jedenfalls lebt auch heute hier der dicke schwarze Kater Begemot, der im Haus geblieben sei, seitdem Woland samt seinem Gefolge die Stadt verlassen hätte.

Das Museum existiert seit 2004 und befindet sich im Erdgeschoss des berühmten Hauses. Die eigentliche Wohnung des geheimnisvollsten russischen Schriftstellers, aus dem Roman als „ungute Wohnung” bekannt, hat auch in der Wirklichkeit Nummer 50 und ist im nächsten Treppenhaus.

Dort durfte aber bislang kein Museum eingerichtet werden, weil einige der Wohnungen in diesem Flur bewohnt sind. Inoffiziell steht die Wohnung Nr. 50 allerdings für die Bulgakow-Fans ebenfalls offen. (ak/.rufo/Moskau)