Dienstag, 04.08.2009

Darwin-Museum: Evolutionsgeschichte anschaulich

Tiefen Einblick in die Entwicklungsgeschichte des Lebens gibt es im Darwin-Museum ... (Foto: Archiv)
Moskau. Bereits 1907 eröffnete in Moskau das erste Evolutionsmuseum der Welt. Jedes Jahr - so auch im offiziellen Darwin-Jahr 2009 - zeigt das staatliche Museum neben dauerhaften Exponaten mehr als 50 Sonderausstellungen.
In der Eingangshalle stehen Elefanten, Zebras und Giraffen in Lebensgröße, so als hätte man soeben die afrikanische Savanne betreten. Etwas weiter kann der Besucher in eine Taucherglocke hinabsteigen, um die dargestellte Unterwasserwelt zu betrachten.

Über 3 Etagen erstrecken sich riesige Ausstellungsflächen mit verschiedenen Themen: Museumsgeschichte und Ökosysteme (1. Etage), Gesetzmäßigkeiten der Evolution (2. Etage) sowie die Entstehung und Entwicklung von Leben auf der Erde (3. Etage).

Auch architektonisch interessant: Darwin-Museum in Moskau (Foto: Kuhlmann/.ruf)
Von Beginn an waren die Ausstellungen des Darwin-Museums nicht nur rein wissenschaftlich angelegt, sondern sollten anschaulich und unterhaltend sein. Die ersten Exponate dienten, bevor sie im Museum landeten, der Veranschaulichung von Seminaren am Lehrstuhl für Darwinismus.

Der damalige Direktor Alexander Feodorowitsch Kohts wollte seine Sammlung öffentlich machen und gründete 1907 das weltweit erste Evolutionsmuseum in Moskau. Anschaulich ist das Museum bis heute geblieben.

Schon 1940 gab es mehr Ausstellungsgegenstände als –fläche vorhanden war. Doch es dauerte lange, bis das Museum erweitert werden konnte. Der jetzige Gebäudekomplex des Museums wurde erst 1995 eröffnet, 31 Jahre nachdem sein Gründer verstorben war.

Wo und wann?
Darwin-Museum
Wawilowa Ul. 57
Metro: Akademitscheskaja
Täglich 10-18 Uhr (außer Montag und letzter Freitag im Monat)
Eintritt: 50 - 120 Rubel
Schüler/Pensionäre/Studenten 20 Rubel
Kostenlos: nicht schulpflichtige Kinder, Waisenkinder und Invaliden
Sehenswert sind auch die Sonderausstellungen im Nebengebäude, die einzelne Themengebiete vertiefen. Im Treppenhaus hängen Tiermalereien russischer Künstler wie A. N. Kamarow. Im Sommer bietet die Dachgalerie interessante Aussichten auf Häuser und Straßen des Viertels.

Aktuell sind die Ausstellungen des Darwin-Museums auch 200 Jahre nach den ersten Erkenntnissen. Einziger Wehrmutstropfen für Touristen: Alle Erläuterungen sind ausschließlich auf Russisch. Dennoch lohnt sich der Besuch auch ohne Sprachkenntnisse.

Wer die vielfältige Tierwelt noch lebendiger erleben möchte, sollte unbedingt in den Moskauer Zoo gehen.

Vom Kamtschatka-Braunbären über Känguruhs bis Orang Utans sind dort über 8.000 Tiere aus aller Welt zu sehen.