Donnerstag, 19.12.2002

Ohne Cash keine Behandlung

Das reguläre russische Gesundheitssystem war schon zu Sowjetzeiten schlecht, heute sind die Zustände oft katastrophal. Patienten müssen sich in Krankenhäusern oft alle Medikamente und auch das Essen selbst organisieren.
Auch in Moskau entsprechen die meisten staatlichen Krankenhäuser und Polikliniken nicht im Entferntesten westlichen Maßstäben.

Daneben existiert eine Reihe kommerzieller medizinischer Einrichtungen. Die veranschlagen für ihre Diernstleistungen oft wesentlich mehr, als im internationalen Durchschnitt üblich (Besuch der Facharzt-Sprechstunde bis zu 100 €). Oft wird vor der Einleitung irgendwelcher Maßnahmen durch das Personal auch eine Vorab-Barbezahlung verlangt (u.U. auch in Notfällen!).
Eine Reihe elitärer Moskauer Krankenhäuser entspricht ganz oder weitgehend westlichen Standards und verfügt über hochqualifizierte Ärzte . Ausländer, die eine stationäre Behandlung benötigen, werden häufig in eine Sonder-Abteilung des Botkin-Krankenhauses eingewiesen.

Es gibt bei kommerziellen medizinischen Einrichtungen große Unterschiede, was Preis und Leistung betrifft. Eine Auslandskrankenversicherung ist in jedem Fall sehr zu empfehlen. Ohne Versicherung werden seit einigen Jahren in der Regel auch keine Visa mehr ausgestellt.
Das Botschafts-Ärzte-Team empfiehlt allen Ausländern in Russland eine Rücktransport-Versicherung abzuschließen, da Evakuierungen von Kranken immer wieder vorkommen und die Kosten für ein solches Ausfliegen über 10.000 € betragen können.

(rUFO/kp).