Miliz-Major Jewsjukow feuert auf die Kassiererin des Supermarktes (Foto: Überwachungsvideo)
Dienstag, 20.10.2009
Überwachungs-Video des Miliz-Amoklaufs veröffentlicht
Moskau. Der Amokläufer und Miliz-Major Jewsjukow habe den Supermarkt, in dem er am 27.April ein Blutbad anrichtete, vorher mehrfach ausgeraubt, berichtet der Anwalt der Opfer. Und veröffentlicht das Überwachungsvideo der Mordnacht.
Er habe das komplette Überwachungsvideo aus den Ermittlungsunterlagen nach langem Zögern jetzt nur deswegen veröffentlicht, sagt der Opfer-Anwalt Igor Trunow (Trunov), weil er befürchte, dass der Amokläufer seiner gerechten Strafe entgehen könnte.
Jewsjukow feuert auf Kunden (Foto: Überwachungsvideo)
So seien zum Beispiel auf der Tatwaffe auf geheimnisvolle Weise alle Fingerabdrücke verschwunden.
Vermutlich seien die Pistole, das Magazin und alle Patronen und Hülsen bereits nach der Festnahme des Amokläufers sorgfältig abgewischt worden, sagt der Anwalt in einem Interview in der Moskauer Boulevard-Zeitung "Moskowski Komsomolez".
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Die Tatwaffe stand schon seit 2000 auf den Fahndungslisten geraubter Waffen, weil sie einem Milizionär gehört hatte, der im Tschetschnienkrieg getötet worden war.
Jetzt behaupte der Amokläufer, so berichtet der Opferanwalt, er habe die Pistole in Notwehr dem Taxifahrer abnehmen müssen, den er dann vor dem Supermarkt als ersten erschoss.
Jewsjukow lädt die Tatwaffe (Foto: Überwachungsvideo)
Im Supermarkt selbst schoss der stark betrunkene Major kaltblütig auf alle Anwesenden und lud nach, wenn ein Magazin leer war.
Angestellte des Supermarktes berichten nun, der Milizionär habe ihren Laden früher bereits häufig überfallen. Gemeint ist damit nach den Zeugenaussagen, dass Jewsjukow, bevor er Major und Polizeichef im Stadtteil Moskau-Zarizyno wurde, als Milizionär und Blockwart des öfteren in den Supermarkt gekommen sei.
Er habe sich aus den Regalen frei bedient und sei dann mit dem vollgeladenen Einkaufwagen natürlich ohne zu bezahlen aus dem Geschäft gegangen. Wenn die Angestellten des Supermarktes ihn aufhalten wollten, habe er sie wild beschimpft.
Tatsächlich kommt es vor, dass russische Milizionäre sich in den von ihnen abhängigen Geschäften, Restaurants oder Cafes ungeniert kostenlos bedienen lassen.
Der Moskauer Polizeichef Pronin hatte nach dem Amoklauf gesagt, der Milizmajor Jewsjukow sei bis dato nur positiv aufgefallen. Pronin wurde daraufhin von Präsident Dmitri Medwedew gefeuert.
Später wurde bekannt, dass Pronin dem Amokläufer empfohlen hatte, sich nach seiner Bluttat wenigstens selbst zu erschiessen, Jewsjukow mochte das aber nicht.
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... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)