Donnerstag, 09.12.2010

13,5 Jahre für korrupten und gierigen Staatsanwalt

Die Karriere dieses Moskauer Staatsanwaltes nahm ein unrühmliches Ende (Foto: vesti/newsru.com))
Moskau. 13,5 Mio. Rubel (ca. 325.000 Euro) Schmiergeld, einen Bentley und eine Yacht kassierte ein Moskauer Staatsanwalt für das Versprechen, zwei Beschuldigte laufen zu lassen. Nun muss er für jede Million ein Jahr ins Gefängnis.
Das Gericht schloss sich in dem Prozess der Strafforderung der Staatsanwaltschaft an, die ihren ehemaligen Kollegen wegen dieses eklatanten Falls von Nestbeschmutzung hart bestraft sehen wollte.

Hochstapelei war auch noch dabei


Verurteilt wurde der Ex-Kollege dabei üm übrigen nicht wegen Korruption, sondern wegen Betrugs: Denn er soll gar nicht die dienstliche Kompentenz gehabt haben, in den aufgeflogenen Fällen seine Versprechen umsetzen zu können.

Wjatscheslaw Trofimow wurde vor zwei Jahren bei einer Geldübergabe von 100.000 Dollar in einem Moskauer Restaurant verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt war er Vizestaatsanwalt im Moskauer Nord-Verwaltungsbezirk – und nutzte seinen Posten für gewinnbringende Deals mit beschuldigten Wirtschafts-Straftätern.

Wie es ein Justizbeamter zu Bentley und Yacht bringen kann


Von einem Moskauer Importeur von Luxus-Autos, Yachten und Superbikes, gegen den wegen Schmuggels ermittelt wurde, forderte er zunächst über Mittelsmänner 3 Mio. Dollar für die Einstellung des Verfahrens. Später minderte er seine Forderung auf eine halbe Million ab und akzeptierte auch Ratenzahlung. Außerdem ließ er sich von dem Beschuldigten einen Supersportwagen vom Typ Bentley Continental GT und eine Yacht (jeweils in der Preisklasse von ca. 130.000 Euro) übereignen.

Einem anderen „Opfer“ des Staatsanwaltes, das selbst wegen Betrugsvorwürfen in U-Haft saß, versprach Trofimow die Freilassung gegen eine Zahlung von 3,5 Mio. Rubel (ca. 85.000 Euro).

Die beiden beteiligten Mittelsmänner wurden zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt, einer von ihnen allerdings auf Bewährung.

Nach Angaben von „Life News“ stammt der nun Verurteilte, der sich für nicht schuldig erklärte, aus einer echten Staatsanwalts-Familie: Sein Vater war früher Ankläger im sibirischen Chakassien, sein Bruder ist bis heute Staatsanwalt im Süden Moskaus.