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| Oleg Mitwol als Puffvater? Die Kfreml-Jugend macht sich einen bösen Spaß. (Foto: newsru.com) | |
Mittwoch, 08.09.2010
Anti-Bordellwerbung: Rache an Moskauer Bezirks-Präfekt
Moskau. Auf dem Leningrader Prospekt in Moskau kämpft die Jugendbewegung „Naschi“ („Unsere“) mit Antiwerbung gegen die Bordelle im Stadtbezirk. Das Freche daran: Auf dem Plakat prangt das Konterfei von Bezirks-Präfekt Oleg Mitwol.
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Die riesige Werbewand zeigt das Bild einer freimütig gekleideten Dame, die den neben ihr dargestellten Mitwol süffisant anlächelt. Darüber prangt die Aufschrift: „Alles fürs Volk: Die Freudenhäuser des Nord-Bezirks.“ Unter dem Bild sind zwei Adressen von Bordells auf dem Leningrader Prospekt zu angegeben.
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“Reine Rache!“ Außerdem trägt das Plakat die Aufschrift: „Moskaus Norden unter Mitwols Schutz.“ Nach Angaben der Jugendlichen, die der Kreml-Partei „Einiges Russland“ sehr nahestehen und deshalb oft als Kreml- oder Putin-Jugend bezeichnet werden, wollen sie durch diese provokative Aktion auf ihren „Kampf gegen Bordelle“ aufmerksam machen.
Oleg Mitwol, selbst als kompromissloser und skandalumwobener Politiker bekannt, vermutet einen viel prosaischeren Grund für die Provokation. Für ihn ist sie „eine Art Rache dafür, dass der Stab der „Unseren“ ihr Hauptquartier im Gebäude eines ehemaligen Kindergartens räumen musste“.
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Mitwol: Sorge um die Moskauer Kinder Mitwol hatte letzte Woche gefordert, die Räume zu verlassen, dann aber festgestellt, dass die „Unseren“ dies entgegen ihrer Beteuerungen nicht getan hatten. Daraufhin leierte er nach eigenen Worten „eine große PR-Kampagne an, und die Jugendlichen mussten den Platz räumen“.
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„Dafür haben sie sich jetzt gerächt“, nimmt er an. Er fühlt sich jedoch im Recht: „Die „Naschisty“ haben vier Jahre da gehockt, und die Kinder konnten nicht in ihren Kindergarten.“ Dabei ständen in seinem Bezirk 92 Kinder auf der Warteliste, und diese Räume könnten 80 Kinder aufnehmen und das Problem damit fast aus der Welt schaffen.
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Naschi: Sorge um die moralische Reinheit Die Kreml-Jugend zeigt sich ebenfalls beunruhigt, aber nicht um den kindergartenlosen Nachwuchs, sondern die moralische „Sauberkeit“ ihrer Mitbürger. Es gäbe mehr als 30 Bordelle im von Mitwol geleiteten Nord-Bezirk der russischen Hauptstadt.
Das hätten sie selbst herausgefunden. Wie, sagen sie nicht. Am Mittwoch veröffentlichten sie einen Brief an Mitwol, indem sie daran erinnern, dass in der Russischen Föderation „Produkte, Dienstleistungen und Veranstaltungen sexuellen Charakters“ per Gesetz verboten sind.
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Wo kommen die Freudenhäuser her? Deshalb solle der Präfekt „sofort Maßnahmen zur Beseitigung der Bordelle im Moskauer Nordbezirk ergreifen“, heißt es weiter. Mitwol reagiert indes verschnupft: „Wenn die Bordelle kennen und deren Adressen verheimlichen, dann sind sie selbst gefragt.“
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Gekränkt durch die freche Aktion, vermutet er: „Vielleicht haben sie die Freudenhäuser in ihren eigenen Wohnungen gefunden?“ Das verneinen die Putin-Treuen . Bereits im Laufe dieser Woche sollen alle Adressen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
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