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Statt der üblichen Werbefilmchen lief in Moskau nicht jugendfreier Stoff über den Riesen-Bildschirm (Foto: newsmsk.com)
Statt der üblichen Werbefilmchen lief in Moskau nicht jugendfreier Stoff über den Riesen-Bildschirm (Foto: newsmsk.com)
Dienstag, 16.02.2010

Polizei fasst Urheber des Moskauer Porno-Skandals

Moskau/Noworossijsk. Die Polizei hat den Hacker gefasst, der vor einigen Wochen auf einem Werbemonitor im Moskauer Zentrum ein Sex-Video laufen ließ. Das Video führte zu Staus vor einem Tunnel auf dem Gartenring.

Im kalten Januar ein heißes Video: Viele Moskauer Autofahrer staunten nicht schlecht, als sie vor einigen Wochen auf einem Reklamebildschirm am Gartenring in Überlebensgröße (sechs mal neun Meter) einen harten Porno sahen. Einige wollten genauer hinsehen und bremsten ab, so kam es zu Staus, was selbst für Moskau nach elf Uhr abends unüblich ist.

Stadtverwaltung schwer verärgert


Während zumindest einige Autofahrer offensichtlich Spaß an der Sache hatten, erzeugte das Video in der Stadtverwaltung mächtigen Ärger. Die Beamten drohten der Werbefirma mit einem generellen Reklameverbot, wenn sie einen Hacker-Angriff nicht verhindern könne. Die Moskauer Polizei machte sich auf die Spurensuche nach dem Täter.

Bei Russland-Aktuell
• Spur im Moskauer Porno-Skandal führt nach Grosny (22.01.2010)
• Hacker bringen Sex und Porno auf die Straßen Moskaus (15.01.2010)
• Ukraine: Pornographie für "medizinische Zwecke" erlaubt (03.07.2009)
• Bester Job der Welt: Pornoskandal kostet Russin Chance (23.03.2009)
• ICQ-Virus verunsichert russische Internetgemeinde (20.06.2008)
Die Spuren führten die Ermittler zunächst nach Grosny in der Bürgerkriegsrepublik Tschetschenien. „Mit einem Virenprogramm knackte der Cyber-Hooligan zunächst die Datenbasis einer Organisation aus Tschetschenien und drang über diese Adresse auf den Server ein, der für die Arbeit des Werbebildschirms in Moskau verantwortlich ist“, beschreibt die Sprecherin des Innenministeriums, Irina Subarewa, das Vorgehen des Hackers.

Täter stammt aus Noworossijsk


Bei dem Täter handelt es sich um einen Mann aus der Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer. „Der Festgenommene hat inzwischen gestanden, dass er eine tschetschenische Adresse genutzt hat, weil er sicher war, dass die Miliz dort nie hinfahren würde, um den Fall zu untersuchen“, sagte Subarewa.

Doch der Täter irrte sich. Die Polizei untersuchte den Fall auch in Tschetschenien und kam so auf die wahre Adresse des Täters. Nach einem umfassenden Verhör, bei dem der Mann schließlich seine Schuld gestand, ist er nun wieder auf freiem Fuß, darf allerdings die Stadt nicht verlassen.

Verbreitung von Pornographie ist strafbar


Zudem ist er nur vorläufig frei: Die Staatsanwaltschaft wird nun Anklage gegen den Hacker erlassen. Wegen Verbreitung von pornographischem Material und Datendiebstahls drohen ihm je zwei Jahre Haft. Da er bereits wegen Dokumentenfälschung vorbestraft ist, wird der Mann wohl nicht mit Bewährung davonkommen.

Er selbst begründete seinen Hackerangriff übrigens mit „Neugier“. Er habe sehen wollen, ob er das Computersystem überlisten könne. Das Video habe er eingelegt, um die Moskauer zu belustigen, allerdings habe er nicht gewusst, wo der Clip gezeigt werde.

Er sei davon ausgegangen, das Material werde in irgendeinem Einkaufszentrum ausgestrahlt.


Vielleicht hatte er ein weiteres Detail nicht beachtet: in Russland werden seit 10 Jahren im Internet der gesamte Traffik und alle Userdaten für den Inlands-geheimdienst FSB abgespeichert. Alle Provider sind zur Teilnahme an diesem SORM genannten System verpflichtet. Auch in Tschetschenien.


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