Donnerstag, 08.07.2010

Aufsichtsbehörde macht drei Moskauer Badestrände dicht

Baden verboten, steht auf dem Schild, doch die Moskauer kümmert das bei der Hitze wenig (Fofo: Ballin/.rufo)
Moskau. Da waren’s nur noch acht: Die Aufsichtsbehörde RosPotrebNadsor hat wegen der schlechten Wasserqualität ein Badeverbot an drei der elf Moskauer Strände verhängt. Die hitzegeplagten Moskauer gehen trotzdem planschen.
Seit Wochen steigt das Thermometer in der russischen Hauptstadt täglich auf mindestens 30 Grad. Auch am Abend wird es in vielen Wohnungen nicht kühler. Die Hochhausblöcke haben sich aufgeheizt und geben die Wärme nur langsam ab.

Flucht ins Grüne


Wer kann, flieht in die Natur auf die Datscha oder in den Urlaub an den Strand. Wer nicht kann, sucht die wenigen Oasen auf, die Moskau zu bieten hat. Parks und Grünanlagen sind voll, besonderer Andrang herrscht natürlich an den Badeseen.

Elf Strände hatte die Moskauer Stadtregierung zum Sommerbeginn zum Baden freigegeben. Drei davon, der Osero Beloje (Weiße See) im Osten Moskaus und die Strände Beach Club und Bolschoi Sadowoi Prud (Großer Gartenteich) im Norden der Stadt wurden nun gesperrt.

Schlechtes Wasser


Das Wasser in diesen Zonen entspricht nach Angaben von RosPotrebNadsor nicht den hygienischen Normen. Erlaubt ist das Baden noch in Troparewao, Mescherskoje, Serebrjany Bor 2 und 3, im großen Stadtteich (Bolschoi gorodskoi prud), im Schwarzen See (Osero Tschernoje), im Schulsee (Osero Schkolnoje) und am Strand Lewobereschny.

Freilich hat RosPotrebNadsor auch die Strände Serebrjany Bor 2 und 3 und Lewobereschny schon wegen der Wasserqualität kritisiert. Noch sind diese Strände aber offen.

Legalisierung wilder Strände geplant


Im Gegenzug will die Moskauer Stadtregierung nun vier wilde Strände im Nordwesten der Stadt legalisieren. „Wir wollen die Strände an der Schiwopisnaja uliza, an der Strogino- und Kirow-Aue sowie den Strand Nr. 1 auf der Schukino-Halbinsel legalisieren, damit dort die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden“, erklärte Igor Sarafanow, Leiter der Behörde zum Schutz von Naturparks in der Präfektur Nordwestmoskau. Die Strände sollen aber kostenlos bleiben.

Baden an ungesicherten Stellen ist lebensgefährlich


Wilde Strände sind ein großes Problem in Moskau. Wegen der Hitze gehen die Moskauer auch dort baden, wo es nicht erlaubt ist. Verbotsschilder stören die Russen bei ihrem Badevergnügen ebenso wenig wie schmutziges Wasser.

Vor allen Dingen in betrunkenen oder angetrunkenen Zustand scheinen keine Grenzen mehr zu existieren. Wie gefährlich dies ist, beweist die Statistik: Seit Beginn der Badesaison am 1. Juni sind schon 54 Menschen in Moskaus Gewässern ertrunken. Die Zahl steigt täglich weiter.