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| Bauaufträge sind lukrativ; insbesondere in der russischen Hauptstadt (Foto: TV/Archiv) | |
Dienstag, 20.07.2010
Baubeamter ist seiner Frau treu – bei Auftragsvergabe
Moskau. Die Staatsanwaltschaft untersucht die Tätigkeit des Moskauer Brücken- und Straßenbaudezernats. Abteilungsleiter Alexander Lewtschenko steht unter Korruptionsverdacht. Doch juristisch ist ihm wohl nichts anzuhängen.
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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat Lewtschenko seit 2005 Verträge mit ihm nahe stehenden Firmen geschlossen. Zehn Verträge zu einem Wert von umgerechnet gut 200 Millionen Euro gingen an das Unternehmen „Insch-Stroi-City Monolit“.
Aufträge an nahe stehende Firmen Aus Bauunternehmerkreisen wurde bekannt, dass die Hauptaktionärin des Konzerns Nadeschda Burawljowa die Ehefrau Lewtschenkos ist. Sie besitzt 62 Prozent der Aktien an dem Unternehmen. 29 Aufträge im Wert von ebenfalls 200 Millionen Euro wurden an das Bauunternehmen GPR-1 vergeben. „Ich habe lange bei GPR-1 gearbeitet und als Mitarbeiter bei der Privatisierung einige Aktien bekommen, die ich aber schon nicht mehr besitze“, rechtfertigt sich Lewtschenko.
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Doppelfunktion: Beamter und Aufsichtsratschef Bleibt nur hinzuzufügen, dass der Beamte Aufsichtsratschef bei GPR-1 ist. Zudem taucht seine Ehefrau ebenfalls irgendwo in den Gründungspapieren des Bauunternehmens auf.
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Gegen Korruptionsvorwürfe verwahrt sich Lewtschenko allerdings. Erstens hätten beide Firmen nicht mehr als „acht bis zehn Prozent“ der Gesamtaufträge von der Stadt bekommen, rechnet er vor. Und zweitens habe er sowieso keinen Einfluss auf die Vergabe der Aufträge aus seiner Abteilung, behauptet der Chef des Brücken- und Straßenbaudezernats.
Keine Strafverfolgung geplant Ein Strafverfahren gegen den „Chef ohne Entscheidungsgewalt“ haben die Behörden daher folgerichtig auch nicht eröffnet. Es sei auch nicht illegal, dass sich ein Verwandter von Beamten an Ausschreibungen beteilige, erklärt der Jurist Ilja Ratschkow.
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Es sei freilich schon merkwürdig, dass in Russland in der Regel derjenige dann auch gewinne, der die besten Beziehungen zu den Beamtenstrukturen besitze, fügt er hinzu.
Luschkows bessere Hälfte In Moskau gibt es bereits ein prominentes Beispiel für eine erfolgreiche Ehe zwischen Politik und Geschäft. Juri Luschkow ist Oberbürgermeister der russischen Hauptstadt, seine Ehefrau Jelena Baturina ist Chefin des Baukonzerns Inteko, der sein Kerngeschäft in Moskau hat.
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Baturina ist die einzige Dollarmilliardärin Russlands. Die private Verflechtung zwischen Politik und Business hat aber keine Rolle bei ihrem Aufstieg gespielt – wer etwas anderes behauptet, wird unweigerlich wegen Verleumdung von einem Moskauer Gericht verurteilt.
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