Moskau. Der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow investiert in den Nachwuchs: Mit einem neuen TV-Sender will er russische Jugendliche nun zu ordentlichen Patrioten erziehen.
Ziel der Fernsehpropaganda ist es, die Jugendlichen von einem Weg a la Orangene Revolution abzubringen und auf einen - dem Staat genehmen - Weg zu lenken. Der Kanal mit dem Namen „Molodjoschnaja Moskwa“ („Junges Moskau“) soll bereits im Januar 2006 auf Sendung gehen.
Ideologisches Fernsehprojekt
Der Jugend-Kanals wird vor allem patriotische Filme und Musiksendungen ausstrahlen. Aber auch eine Nachrichtensendung ist Bestandteil des Programms - von der Moskauer Regierung natürlich streng auf Ideologiefestigkeit geprüft. Wie die Zeitung „Kommersant“ weiter berichtet, werden die Sendungen allerdings nur im Kabelnetz zu sehen sein, da ansonsten zur Zeit keine freien Frequenzen zur Verfügung stünden.
Um den heißen Brei herum
„Junges Moskau“ ist indes nicht die einzige Aktion, mit der Luschkow die russische Jugend beglückt. Bereits Anfang August hatte der Moskauer Oberbürgermeister die Gründung einer neuen Jugendbewegung namens „Graschdanskaja smena“ („Ziviler Nachwuchs“) bekannt gegeben.
Luschkows Worten zufolge soll diese Organisation keine politischen Ziele haben. Doch 2007/2008 stehen in Russland Duma- und Präsidentschaftswahlen an, da kann eine organisierte Jugendorganisation auf jeden Fall schon mal nicht schaden.
Der Führungsrat der Bewegung wird von Luschkow persönlich geleitet. Zu den Mitgliedern des Rates gehören weitere prominente Politiker und Rektoren der Moskauer Hochschulen. Die neue Jugendorganisation bekommt ihren Sitz im Gebäude des Kinos „Zenit“, wird eine eigene Internetseite betreiben und mit einem Budget in Höhe von drei Millionen Rubel (rund 90.000 Euro) ausgestattet.
Erfolge gibt es auch schon: So gehörte zu den ersten Aktionen ein 5-tägiges Jugendcamp mit 150 Studenten in der Nähe von Moskau. Wie die Zeitung „Iswestia“ bemerkte, sei die Teilnahme daran absolut freiwillig gewesen – und trotzdem soll kein einziger den Veranstaltungen ferngeblieben sein.
Trübe Aussichten: Am Montagmittag erinnerte ein leichter Schneesturm in Moskau mit Sichtweiten von 150 Metern daran, dass üblicherweise in diesen Breitengraden früher der Frühling frühestens im April anfing ... ( Topfoto: Mrozek/.rufo)