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Alle Vorsichtsmaßnahmen umsonst - es brennt weiter in russischen Nachtlokalen. (Foto: TV)
Alle Vorsichtsmaßnahmen umsonst - es brennt weiter in russischen Nachtlokalen. (Foto: TV)
Dienstag, 09.03.2010

Elitärer Moskauer Nachtclub geht in Flammen auf

Moskau. Der Moskauer Nachtclub „Oper“ ist in der Nacht komplett ausgebrannt. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben, zwei Personen werden noch vermisst. 250 Personen mussten in der Nacht aus ihren Betten auf die Straße.

In dieser Nacht war der Club in der Moskauer Innenstadt für Besucher geschlossen, es wurden Reparaturarbeiten durchgeführt. Einen Tag vorher hatte es allerdings noch ein Konzert in dem Club gegeben.

Reparaturarbeiten unsachgemäß durchgeführt ?


Im Gebäude selbst sollen sich nach Angaben des russischen Katastrophenschutzes nur zwei Wachleute und ein Bauarbeiter aufgehalten haben, als das Feuer kurz vor drei Uhr am Morgen ausbrach. Die Brandursache ist noch unklar. Vorläufigen Informationen nach könnte der Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen bei Reparaturarbeiten zu dem Unglück geführt haben.

Der Club „Oper“ stand bei den Behörden bereits auf der Schwarzen Liste. Nach dem Nachtclub-Brand in Perm, bei dem 155 Menschen ums Leben kamen, untersuchten die russischen Brandschutzbehörden praktisch alle Clubs und Discos im Land. „Oper“ war einer von vielen Clubs, der wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen geschlossen wurde.

Schon einmal dicht wegen Feuergefahr


30 Tage musste der Club zumachen. In der Zeit hatte die Clubleitung die Aufgabe, alle festgestellten Mängel zu beseitigen. Anschließend öffnete das Etablissement wieder. Wie bei einer erneuten Kontrolle im Februar festgestellt wurde, waren aber noch nicht alle Mängel behoben worden. So fehlte nach wie vor eine Sprinkleranlage. Diesmal kamen die Besitzer aber mit einer Geldstrafe davon, der Club durfte weiter arbeiten.

Die Entscheidung war falsch, wie sich spätestens nun herausgestellt haben dürfte. Das dreistöckige Gebäude brannte auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern aus. Das Dach stürzte ein. Vier Stunden waren die Feuerwehrleute mit dem Kampf gegen die Flammen beschäftigt. Neben dem Club wurde auch ein Schönheitssalon im Haus vernichtet.

Ein Toter, zwei Vermisste


„Beim Aufräumen der Trümmer wurde eine Leiche gefunden. Vermutlich handelt es sich um einen der Wachleute des Clubs“, teilte der Katastrophenschutz mit. Die Polizei berichtet sogar noch von zwei möglichen weiteren Opfern. Zwei Menschen werden demnach bislang vermisst.

Bei Russland-Aktuell
• Alle Artikel zum Brand im Nachtclub in Perm
• Rock-Gruppe Rammstein in Moskau ohne Feuershow? (14.12.2009)
• Kampf gegen Korruption oder Windmühlen nach Großbrand? (11.12.2009)
• Nach dem Club-Brand rollen in Perm nun die Köpfe (08.12.2009)
• Brandkatastrophe in Perm fordert über 100 Todesopfer (05.12.2009)
In der Nacht musste zudem das angrenzende Wohnheim vollständig evakuiert werden. 250 Menschen wurden aus ihren Betten geholt und mussten auf die Straße. Erst gegen Mittag durften sie das Haus wieder betreten.

Offensichtlich hat die General-Durchsicht aller Clubs in Russland noch nicht die nötigen Resultate gebracht. Die Sicherheit der Einrichtungen ist nach wie vor nicht gewährleistet.

Korruption als Hauptproblem der Sicherheit


Viele Beobachter der Szene waren schon während der Kontroll-Welle nach dem Großbrand in Perm skeptisch. Dies führe nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Bestechungsgeldern, so lange nicht auch die Kontrolleure einer gewissen Kontrolle unterstehen, hatte Kritiker gewarnt.

Für den Brand im Permer Nachtclub „Lahmes Pferd“ hatte Präsident Dmitri Medwedew die Korruption unter den Beamten mitverantwortlich gemacht und Konsequenzen gefordert. Medienberichten zufolge sind allerdings inzwischen eine Reihe der beurlaubten Beamten wieder in Amt und Würden.



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