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Heiterer Himmel über dem Kreml? Wetterforscher versprechen es am Freitag trotz Regen in Moskau (Foto: Ballin/.rufo)
Heiterer Himmel über dem Kreml? Wetterforscher versprechen es am Freitag trotz Regen in Moskau (Foto: Ballin/.rufo)
Freitag, 23.10.2009
Aktualisiert 23.10.2009 17:09

Experiment: Sonne über dem Kreml trotz Regen in Moskau

Moskau. Ein einzigartiges Experiment planen russische Wissenschaftler heute in Moskau. Die dichten Regenwolken über Moskau sollen zumindest im Zentrum durch einen Ionenstrahl angehoben werden. Blauer Himmel über dem Kreml.

Während es heute Morgen über Moskau kräftig regnet, könnten Touristen in Kremlnähe zumindest gegen Mittag einen klaren Himmel genießen. Verantwortlich dafür ist ein Wetterexperiment.

Bei Russland-Aktuell
• Hat es geklappt? Sonne im Moskauer Regen dank Wetterexperiment? (23.10.2009)

Wolken mit Elektroschocks in die Höhe kitzeln


Der Versuch wird vom „Moskauer Komitee für Wissenschaft und Forschung“ durchgeführt. Der verantwortliche Apparat steht im Innenhof des Komitees in der Nähe der legendären Bummelmeile Arbat.

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„Wir werden versuchen, die Wolkenschicht in einem einzelnen Stadtviertel mit Hilfe eines elektromagnetischen Impulses aufzulösen. Die einzigartige Apparatur - wir nennen sie „Tschischewski-Leuchter“ - an der wir zwölf Jahre gearbeitet haben, richten wir auf den Himmel. Der Apparat bildet einen Ionenstrahl, der auf die Wolken wirkt“, erklärte der Generaldirektor des Komitees, Professor Dmitri Rototajew.

Nach Angaben Rototajews werden die Wolken dabei nicht - wie bei anderen Methoden üblich - wie ein nasser Schwamm ausgedrückt, sondern in eine höhere Atmosphärenschicht angehoben. Auf dieser neuen Höhe seien die Wolken keine Regenwolken mehr, verspricht Rototajew.

Zwei bis drei Stunden Wartezeit


Insgesamt wollen die Wissenschaftler ein wolkenfreies Territorium von etwa fünf Quadratkilometern erzeugen. „Ich weiß nicht, ob wir die Sonne sehen werden, aber auf blauen Himmel hoffen wir immerhin“, sagte Rototajew. Der Effekt setze allerdings nicht sofort, sondern etwa zwei bis drei Stunden nach Beginn des Experiments ein, das heißt um die Mittagszeit.

Für russische Verhältnisse besonders erstaunlich ist die Wirtschaftlichkeit des Apparats. Der verbraucht nach Angaben seiner Entwickler nicht mehr Strom „als ein Wasserkocher“.

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Breites Anwendungsgebiet für den Wolkenkocher: Schönwettermaschine oder Regenmacher


In Zukunft könnte diese Mini-Wettermaschine an wichtigen Feiertagen, bei Militärparaden oder auch bei Sportveranstaltungen Anwendung finden.

Nach Aussage der Forscher kann der Apparat zudem nicht nur Wolken in höhere Gefilde anheben und damit auflösen, sondern auch höherfliegende Wolken an die Erde heranziehen und sie damit zum Abregnen bringen.

Von einer derartigen Möglichkeit haben sicher die meisten schon geträumt. Auf diese Art könnte man sich selbst in der Hängematte sonnen und zugleich den eigenen Rasen giessen oder den ungeliebten Nachbarn im Regen stehen lassen. Aber dafür müssten die Geräte eine grössere Zielgenauigkeit haben und massenweise produziert werden. Kompliziert wird es dann freilich, wenn auch der Nachbar mit diesem "Wolkenkocher" ausgerüstet ist.

Moskau als schneefreie Zone


Moskaus oberster Wettergott – Oberbürgermeister Juri Luschkow – setzt bislang auf eine andere Technik. Er lässt die Wolken vor deren Anflug auf Moskau von Flugzeugen mit Chemikalien - genutzt wird in der Regel einfacher Zement - zerstäuben. Die Wolken regnen sich dann an anderer Stelle ab.

Bereits in diesem Winter soll die Schneemasse in Moskau dadurch deutlich verringert werden. Auf diese Weise verspricht Luschkow, werde dem Schneeräumdienst in der Stadt Arbeit und Geld gespart, während die landwirtschaftlichen Betriebe im Moskauer Umland durch den höheren Niederschlag mit höherer Ernte rechnen dürfen.

Umweltschützer sind hingegen skeptisch.

Sie befürchten unter anderem Frostschäden , wenn es keine schützende Schneedecke gibt. Immerhin hat die Moskauer Stadtregierung aber schon angekündigt, nicht jede Schneeflocke zu jagen, sondern nur bei heftigen Schneestürmen einzugreifen, um ein Verkehrschaos in Moskau zu vermeiden.



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Abendstimmung im neuen Petersburger Meeres-Passagierhafen. Die Saison hat gerade erst angefangen, die Piers sind noch fast alle leer. In wenigen Wochen wird sich das Bild ändern, denn mit Beginn der Weißen Nächste setzt der Kreuzfahrtschiff-Run auf die russische nördliche Hauptstadt ein. (Topfoto: Brammerloh/.rufo)



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