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| Anrüchiger Springbrunnen: Die Moskauer Kanalisation brach an die Oberfläche durch (foto: NTW/newsru.com) | |
Dienstag, 14.11.2006
Fäkalienfontäne in Moskau: Ist Tschubais schuld?
Moskau. Moskau erlebte gestern eine neue Spielart einer kommunaltechnischen Katastrophe: Eine große Abwasserleitung platzte. Stundenlang sprudelte der Kanalisationsinhalt auf die Straße – und in Richtung Moskwa.
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Gegen 17.30 Uhr platzte im 1. Setunski Pereulok (nahe der Bahnstation Moskwa-Sortirowotschnaja) im Westen Moskaus eine große Abwasserleitung. Stundenlang ergoss sich die Dreckbrühe in einem Geysir von zwei Meter Höhe und drei Meter Durchmesser auf die Straße.
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Wie Oleg Mitwol, der Vizechef der russischen Umweltbehörde erklärte, gelangte ein Teil des Abwassers über den nur 130 Meter entfernten Nebenfluss Setun in die Moskwa. Inwieweit das Wasser dadurch verseucht wurde, müsste durch Analysen noch geklärt werden, so Mitwol. Das Moskauer Bürgermeisteramt erklärte aber bereits, der Umweltschaden sei, „sofern überhaupt vorhanden, minimal“.
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Unfallstelle schon desinfiziert
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Im Laufe der Nacht gelang es dann, die beschädigte Leitung still zu legen und mit den Reparatur- und Reinigungsarbeiten zu beginnen. Bis zum Morgen sei die Unfallzone bereits desinfiziert worden, so Michail Bogomolow, der Chef der Moskauer Kanalisation.
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Nach Angaben von Moswodokanal wurde durch den Unfall weder die Wasserversorgung noch die Abwasserentsorgung im Moskauer Stadtgebiet unterbrochen.
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Die Moskauer Stadtverwaltung schob die Verantwortung für das Unglück auf den landesweiten Stromversorger RAO EES: Wie Sergej Zoj, der Sprecher des Moskauer Bürgermisters Juri Luschkow erklärte, sei am Montag Abend ein E-Werk in Fili ausgefallen, was zu einem Stromausfall in jener Pumpstation geführt habe, die diesen Leitungsbereich entwässere.
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Als der Defekt behoben war, hätten die Elektrotechniker „unprofessionell plötzlich den Strom wieder eingeschaltet“, so Zoj. Dies habe zu einem „Hydroschlag“ geführt, der die Abwasserleitung zum Platzen gebracht habe.
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RAO EES weist Verantwortung zurück
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Ein EES-Sprecher wies diesen Vorwurf als unfair zurück und bat darum, Schuldzuweisungen bis nach Abschluss der Untersuchungen des Vorfalls zurückzuhalten. Er bestätigte, dass es in Fili tatsächlich eine Stromausfall gegeben habe, der nach 48 Minuten wieder behoben wurde. Die Pumpstation als Großverbraucher sei deshalb vorübergehend abgeschaltet worden.
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In so einem Fall sollte dort dort den Betriebsregeln zufolge über Reserve-Energiequellen und gewisse Vorbeugungsmaßnahmen die Anlage aber für den Moment des Wiedereinsetzens der Stromversorgung bereit gehalten werden, so der Vertreter des Stromkonzerns. RAO EES wird von dem in Russland schon traditionell gerne zum Buhmann gemachten liberalen Ex-Politiker Anatoli Tschubais geführt. (ld/.rufo)
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