Donnerstag, 14.05.2015

Fahrradwege auf dem Roten Platz in Aussicht

Bislang dürfen nur Fußgänger auf den Roten Platz - es sei denn, es ist Militärparade (Foto: Archiv/.rufo)
Moskau. Die Präsidentenverwaltung hat Fahrradfahrern, die über den Roten Platz fahren wollen, grünes Licht signalisiert. Das Netz an Radwegen in der russischen Hauptstadt wird gerade deutlich erweitert.
Eine Vereinigung von Moskauer Radfahrern hatte erst vor kurzem einen offenen Brief an Moskaus Oberbürgermeister Sergej Sobjanin geschickt, in dem sie die Aufhebung des Fahrverbots rund um den Kreml forderten. Das generelle Verbot sei mit Sicherheitsbedenken begründet worden, klagten sie. Doch der einzige Ort, an dem Radfahrer zur Gefahr werden könnten, sei das Auferstehungstor (Woskresnenskije Worota), wo sich viele Fußgänger tummelten, heißt es in dem Brief.

Radfahrverbot auf Rotem Platz „imageschädigend“


Das Verbot schade dem Image Moskaus als moderne Stadt, argumentieren sie. „Logischer Ausgangspunkt eines Radwegnetzes in Moskau, dessen Schaffung verkündet wurde, sollte die Aufhebung des Radfahrverbots auf dem Roten Platz und den anliegenden Territorien sein.“ Die ermögliche dann die Weiterentwicklung von Radwegen im Zentrum und auch in anderen Stadtteilen Moskaus.

Überraschend positiv hat sich zu dieser Initiative nun der Sprecher des Kreml-Liegenschaftsamtes Viktor Chrekow geäußert: „Mir scheint, es gibt Zonen, wo Radfahrer fahren dürfen und wo nicht. Aber wenn eine solche Bitte von gesellschaftlichen Organisationen oder der Stadtverwaltung an uns herangetragen wird, sind wir natürlich bereit, das zu erwägen“, sagte er in einem Interview. Die Kremlverwaltung habe so ein Schreiben aber noch nicht erhalten, schränkte er ein.

Alle Maßnahmen auf dem Roten Platz müssen aus Sicherheitsgründen mit der russischen Führung abgestimmt werden, also auch mit dem Liegenschaftsamt des Kremls. Dass dessen Sprecher den Fahrradverbänden nun geradezu anbietet, eine Eingabe zu schreiben, deutet auf Entgegenkommen in der Frage hin.

Ausbau der Radwege geplant


Unterdessen soll schon zum Sommerbeginn der Ausbau der Radwege in Moskau ein gehöriges Stück vorankommen: Innerhalb des Boulevardrings sollen auf den Straßen Radwege eingezeichnet werden. Zur Fahrbahn haben die Wege einen Sicherheitsabstand von 50 – 75 Zentimetern.

Das Experiment werde die ohnehin begrenzte Zahl an Parkplätzen nicht einschränken, beruhigte die stellvertretende Leiterin des Moskauer Verkehrsamts Alina Bissembajewa. „Diese Radwege verbinden alle Ausleihstationen und werden damit weitere Nutzer anlocken. Nach Auswertung des Pilotprojekts fällt dann die Entscheidung, ob die Radwege gefragt sind und ob es nötig ist, sie kapital auszubauen“, sagte sie.