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| Eines von Norman Fosters Moskauer Großprojekten: Die Kristallinsel wird es vorerst nur auf dem Papier und als Computer-Animation geben (Grafik: Archiv) | |
Dienstag, 28.10.2008
Großprojekte von Norman Foster liegen in Moskau auf Eis
Moskau. Über die derzeitige Finanzkrise und ihre Folgen freuen sich in Moskau Bürgerinitiativen gegen die Neubebauung von historischen Stadtteilen: Zwei Wolkenkratzer von Norman Foster liegen erst einmal auf Eis.
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Die baldige Fertigstellung von gleich zwei grandiosen Bauprojekten – des 600 Meter hohen Turms „Rossija” (Russland) im Business-Zentrum Moscow-City und der 450 Meter hohen „Kristallinsel” südlich vom Zentrum – stehen wegen der andauernden weltweiten Finanzkrise in Frage.
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Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow ließ dem milliardenschweren Unternehmer Schalwa Tschigirinski und dessen Konzern ST Development die Rechte für den Bau entziehen. Das berichtet die Zeitung „Moskwoski Komsomoljez”.
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Turm „Rossija” lässt Immobilien-Preise purzeln? Die Pläne für die beiden Wolkenkratzer hatte kein geringerer als der Brite Norman Foster entworfen. Laut dem Plan des Stararchitekten sollte der Turm „Rossija” mit 600 Metern und 116 Stockwerken der höchste Wolkenkratzer in Europa werden. Unter der höchsten Aussichtsplattform Europas wollte Foster auf den rund 400.000 Quadratmetern des Turms mehrere Hotels, Restaurants, Handelszentren und Büros unterbringen.
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2004, als das Projekt erstmals vorgestellt wurde, äußerten Experten schon die Befürchtung, die Inbetriebnahme des Turms könnte einen Preissturz auf dem Moskauer Markt für Büroflächen auslösen – dieser wachse schließlich jährlich um gerade einmal 400.000 Quadratmeter.
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Das zweite Großprojekt Fosters, die „Kristallinsel”, ein riesiger gläserner Kegel, wurde ebenfalls 2004 mit der Stadt abgestimmt und sollte auf einer Halbinsel im Bezirk Nagatino, in der Nähe der historischen Zarenresidenz Kolomenskoje und des Danilow Klosters umgesetzt werden.
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Keine 4,5 Milliarden US-Dollar wegen der Krise Die bombastische Architektur von Norman Foster war ganz nach dem Geschmack der Moskauer Stadtverwaltung, bisher jedenfalls. Weshalb die Stadt dem Bauunternehmer Tschigirinski – dem Vernehmen nach ein enger Freund von Bürgermeister Luschkow – jetzt dennoch die Genehmigung für die Projekte entzog? Ein hochrangiger Beamter in der Stadtverwaltung, den die Tageszeitung „Moskowski Komsomoljez” zitiert, glaubt die Antwort zu kennen:
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Tschigirinski habe den Bürgermeister selbst darum gebeten, ihm die zu aufwändigen Projekte abzunehmen. Wegen der anhaltenden Finanzkrise seien sie vorerst nicht realisierbar. 2004 hatte der Unternehmer die Kosten für „Rossija“ und die „Kristallinsel” auf anderthalb und drei Milliarden US-Dollar ein.
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Der Informant aus der Stadtverwaltung erklärte gegenüber der Zeitung „Moskowski Komsomoljez“, die Gesamtsumme in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar sei in nächster Zukunft wohl kaum einfach aufzutreiben.
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