 |
|
| Solche Moskauer Metrotickets werden erst einmal nicht teurer. (Foto: Ballin/.rufo) | |
Freitag, 09.09.2011
Gute Nachricht: Tariferhöhung zum Neujahr bleibt aus
Moskau. Eine gute Nachricht für alle Benutzer des Moskauer öffentlichen Nahverkehrs. Bürgermeister Sergej Sobjanin fordert, den Tarif stabil zu halten. In den vergangenen Jahren stiegen zum Jahreswechsel stets die Preise.
|
|
„Vor Ihnen steht die Aufgabe, im kommenden Jahr die Tarife für Busse und Nahverkehrszüge auf dem Niveau zu halten“, machte Sobjanin seinem für den Nahverkehr verantwortlichen Stellvertreter Nikolai Ljamow bei einer Sitzung der Stadtverwaltung strikte Vorgaben.
|
Rationeller arbeiten, schärfer kontrollieren Der Verzicht auf eine Preiserhöhung sei möglich, wenn einerseits die Verkehrsbetriebe rationaler wirtschafteten, andererseits die Kontrollen gegenüber Schwarzfahrern verschärft würden, so der Bürgermeister. Tatsächlich ist das Schwarzfahren – insbesondere in den Nahverkehrszügen – eine Art Volkssport geworden.
|
Zwar werden inzwischen in fast allen Zügen Kontrolleure eingesetzt. Doch bei ihrem Erscheinen erheben sich die meisten Schwarzfahrer lediglich, um in den nächsten Waggon umzusteigen. An der nächsten Station werden die im Waggon Zurückgebliebenen dann Zuschauer eines besonderen Spektakels: Eine ganze Meute von Schwarzfahrern hetzt über den Bahnsteig, um hinter den Kontrolleuren auf der anderen Seite wieder in den Zug zu steigen.
|
Die Nahverkehrszüge gehören zwar der RZD, werden aber jeweils von den Regionen, in denen sie eingesetzt werden, subventioniert, da praktisch alle defizitär arbeiten. Mit einer wirksamen Bekämpfung der Schwarzfahrerei könnten zumindest rund um Moskau wohl einige Linien Gewinn erzielen.
Metro wirtschaftet erfolgreich Die Moskauer Metro hat die Schwarzfahrerei hingegen weitgehend in den Griff bekommen. Die Sperren am Eingang der Stationen werden zwar von einigen Jugendlichen umgangen, die meisten Passagiere lösen ihr Ticket aber.
|
Die Preise in der U-Bahn seien daher „wirtschaftlich angemessen“, hatte Ljamow noch zu Jahresbeginn erklärt. Eine „Angleichung“ (sprich: Erhöhung) sei nicht geplant. Auch der neue Metrochef Iwan Bessedin hat bisher nichts von entsprechenden Plänen verlauten lassen. Daher können die Moskauer hoffen, dass auch die Metro – obwohl sie von Sobjanin nicht erwähnt wurde – zum Neujahr nicht die Preise erhöht.
|
In der Vergangenheit wurden den Moskauern jeweils zum Jahreswechsel die Tarife erhöht – und dies in der Regel gehörig. So haben sich beispielsweise die Preise in der Moskauer Metro seit dem Jahr 2000, d.h. dem Amtsantritt Putins auf das Siebenfache erhöht. Die Einkommen sind in der Zeit deutlich weniger gewachsen.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>