Wegen dieser Pornoszenen staute sich am Donnerstagabend auf dem Moskauer Gartenring der Verkehr. (Foto: TV)
Freitag, 15.01.2010
Hacker bringen Sex und Porno auf die Straßen Moskaus
Moskau. Wahrscheinlich waren es Hacker, die einen Hardcore-Pornofilm auf einem Großbild-Monitor in Moskau laufen ließen. Der Ausschuss der Stadtverwaltung für Reklame, Information und Stadtdesign untersucht den Vorfall.
Gestern Abend hatte der Pornofilm zu kurzfristigen Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Über einen Großbild-Monitor auf dem Gartenring im Zentrum Moskaus flimmerten Pornoszenen. Zu Auffahrunfällen kam es jedoch nicht.
Der Porno-Clip, der zwei Minuten lang lief, wurde vermutlich von Moskauer Hackern auf den Bildschirm gebracht. Zumindest ist dies die Mehrheitsmeinung in russischen Blogs, in denen der Vorfall diskutiert wird.
Der Direktor der Betreiberfirma Panno.ru sprach gegenüber RIA Novosti ebenfalls von einem Hackerangriff und fügte hinzu: „Wir haben eigentlich einen ziemlich starken Schutz vor solchen Fremdzugriffen, aber diese Leute kannten sich offensichtlich sehr gut mit den Besonderheiten des Systems aus.“
Und: „Ob das nur Rowdytum war oder aber Machenschaften der Konkurrenz, werden die Ermittlungen zeigen.“ Die Moskauer Staatsanwaltschaft kommentiert den Vorfall bisher nicht. Der Ausschuss der Stadtverwaltung für Reklame, Information und Stadtdesign bestätigt, dass man informiert sei und den Vorgang untersuchen werde.
Make Love, Not War ?
Viel schlimmere Folgen als der gestrige Pornofilm hatte es, als während der Fußballweltmeisterschaft 2002 während des Qualifikationsspieles Russland-Japan auf einer Großbildleinwand am Roten Platz in der Halbzeitpause ein Werbe-Clip lief, auf dem ein Hooligan mit der Brechstange die Windschutzscheibe eines Autos zertrümmerte.
Der deutlich deplatzierte Clip war als Eigenwerbung für das russische Staatsfernsehen gedacht (Untertitel im Clip: "Wir zeigen keine schlechten Filme"), wurde von frustrierten Fans nach der Niederlage aber als Anleitung zum Handeln missverstanden.
In Moskau kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen, bei denen die Innenstadt stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bei den anschlie- ßenden staatsanwaltlichen Ermittlungen konnte nicht endgültig geklärt werden, wie dieser Clip auf die Leinwand gekommen war.
Das Wetter ist zwar nun deutlich kühler geworden, doch einige Moskauer genießen die letzten Sonnenstrahlen des Sommers im Stadtpark von Lefortowo. ( Topfoto: Ballin/.rufo)