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| Panorama-Blick über den Moskwa-Fluss auf den Kreml - ein Suchbild (Foto: ecohome.ru) | |
Mittwoch, 28.07.2010
Hitzerekorde in Moskau: Flügellahm und weichgekocht
Moskau. Bereits am Mittwochvormittag wurden in Moskau 34,4 Grad im Schatten gemessen. Die brütende Hitze wird durch den dichten Smog von den Torfbränden rund um Moskau noch schlimmer. 15 Millionen Menschen sind "flügellahm und weichgekocht".
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Seit Mitte Juni herrscht in Moskau sonniges und sehr warmes Wetter, dass sich in letzter Zeit auf enorme Hitze steigerte. Multipliziert wird die Hitze durch die Eigenheiten der Mega-Metropole Moskau.
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Die Steinwüste und der Asphalt heizen sich tagsüber auf und geben nachts die Wärme an die armen Würstchen freigiebig ab, die keine Klimaanlage in der Wohnung haben. Das dürfte die erdrückende Mehrheit der 15 Millionen Menschen sein, die sich täglich in Moskau aufhalten müssen. Unausgeschlafen und wie gerädert treten sie den neuen Tag an.
Selbst der Weg zur Arbeit in der Metro bringt keine Abkühlung. Die Temperaturen unter Tage sind wegen der Luftschächte fast so wie draussen.
Für den Strassenasphalt sorgen die Behörden. Er wird manchenorts mit Wasser begossen, damit er in der Hitze nicht wegschmilzt. Die Moskauer müssen sich selbst helfen, wenn sie können.
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Ventilatoren und Heimklimaanlagen sind ausverkauft, man hilft sich mit nassen Tüchern und stellt überall Wasserschüsseln auf. Ein nasser Schal um den Hals tut übrigens Wunder.
Bürohochhäuser und verdichtete Bauweise machen alles nur noch schlimmer Besonders schlimm ist die Hitze im "Schatten" der Bürohochhäuser, die die Sonnenglut spiegeln und speichern und gleichzeitig den Wind abschirmen, wenn es ihn irgendwo gibt.
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Das halbe Hundert von Torf- und Waldbränden rund um Moskau und der von Brandgeruch geschwängerte Smog machen das Leben in Moskau zusätzlich zum Härtetest.
Über der Stadt hängen dicker Rauchschwaden, Hochhäuser verschwinden wie von Geisterhand im Nebel. Moscow City, das neue Wahrzeichen der Stadt, ist mit seinen graublauen Glasfingern gänzlich im Besitz der wabernden Rauchmassen.
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Baden kann man in der Stadt kaum, nur ein paar überfüllte und ungepflegte Badestellen stehen zur Verfügung, zum Rausfahren an Stauseen, wo es halbwegs sauberes Wasser gibt, fehlt die Zeit. Dicke Staus mit und ohne Baustellen vergällen jedem Badelustigen die Tour.
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Bleibt nur eins: leise leiden, sich möglichst wenig bewegen - und auf den Freitag hoffen, der endlich die Abkühlung bringen soll. Schon am Donnerstagabend soll ein neuer Gewittersturm über Moskau hinwegziehen.
Allerdings: am Wochenende wird es dann wieder heiß und trocken.
Martina Wiedemann, Moskau
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