Dienstag, 16.06.2009

Hotel Moskwa: Staatsanwaltschaft sucht verschwundene Mio

Seit Jahren schon fast fertig: der Neubau des abgerissenen Hotels Moskwa, ein Sahnestück am Kreml (Foto: Archiv)
Moskau. Allmählich wird sichtbar, warum der Neubau des Luxus-Hotels Moskwa am Kreml so schwierig ist und so lange dauert: in Moskau fahndet die Staatsanwaltschaft mit Hausdurchsuchungen nach verschwundenen 64 Mio Euro.
Wie Interfax vermeldet, liefen am heutigen Dienstagmorgen in Moskau grossangelegte Haussuchungen und Beschlagnahmungen von Beweismaterial. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass es Hausdurchsuchungen gibt, wollte aber keine Namen von betroffenen Firmen nennen.

Anfang Juni war ein Strafverfahren wegen Machenschaften mit einem Kredit von rund 64 Millionen Euro eröffnet worden, die beim Bau des Hotels auf rätselhafte Weise verschwunden sind.

Die Firma "Dekorum", die mit 51 % der Aktien an der Baugesellschaft beteiligt ist, die das Hotel Moskwa errichtet, hatte laut Medienberichten die Moskauer Stadtregierung, der die restlichen 49% gehören, mit einer Serie fauler Tricks dazu veranlasst, der Deutschen Bank aus der Stadtkasse eigene "Dekorum"-Schulden von 87,5 Millionen US-Dollar zurückzuerstatten, um zu verhindern, dass das Hotel noch im Baustadium ins Eigentum der Deutschen Bank überwechselt.

Die Firma "Dekorum" gehört angeblich dem Duma-Abgeordneten Aschot Jegiasarjan, der der Schirinowski-Partei LDPR angehört. Aus dem Gebäude der russischen Duma hat man einen direkten Blick auf die Baustelle des Hotels Moskwa auf der anderen Strassenseite.

Um den Bauauftrag und den Bau des künftigen Luxus-Hotels, das als Sahnestück direkt am Kreml gilt, laufen bereits jahrelange Intrigen. Die für 2007 geplante Fertigstellung wurde unlängst auf 2011 verschoben.